06.04.2011

von Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung / MJ

Tourismus Burg Wernfels

Die romantische Burganlage liegt im waldreichen Rangau hoch über dem Rezattal in herrlicher Alleinlage über dem Ort Wernfels.

Burg Wernfels (Copyright: Stefan Wagner, http://trumpkin.de, wikipedia.de)


Burg Wernfels beliebteste deutsche Jugendherberge

Die Burg Wernfels bei Spalt ist die beliebteste deutsche Jugendherberge. Die mittelalterliche Festung hatte nach einer Auswertung des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) im vergangenen Jahr mit 305 Übernachtungen pro Bett die höchste Auslastung. Sie liegt damit sogar noch vor den Großstadt-Jugendherbergen Hamburg-Stintfang mit 304 und Berlin-International mit 300 Übernachtungen.

Herbergsleiter Gottfried Sennert erklärt sich den großen Zuspruch mit dem "besonderen Ambiente" und dem "Abenteuer­Flair" der Burg. "Es gibt zwar viele Jugendherbergen, die in Burgen untergebracht sind. Aber Burg Wernfels ist schon etwas Besonderes", ist er überzeugt. Zudem spiele die Beständigkeit in der Führung des Hauses eine Rolle: Gemeinsam mit seiner Frau Brigitte leitet der 55-Jährige die vom Christlichen Verein junger Menschen (CVJM) getragene Herberge seit 33 Jahren.

Viele junge Menschen spreche offensichtlich auch die religiöse Prägung des Hauses an. So finde jeden Morgen eine Andacht statt, in der "alle Gäste unter den Schutz Gottes gestellt werden". Viele Gäste besuchten Wernfels immer wieder. "Inzwischen sind 80 Prozent der Gäste Freunde." Sie schätzten den freundlichen Umgang miteinander. Insgesamt bemühten sich 30 Mitarbeiter, zehn davon fest angestellt, um das Wohl der Besucher.

Die romantische Burganlage liegt im waldreichen Rangau hoch über dem Rezattal in herrlicher Alleinlage über dem Ort Wernfels. Massive Mauern beherbergten einst Bischöfe und Fürsten und zeugen heute von der mittelalterlichen Vergangenheit.

Die CVJM-Burg Wernfels liegt zudem mitten im mittelfränkischen Urlaubsgebiet bei Spalt, in der Nähe des fränkischen Seenlandes. Die große Burganlage auf den heutigen Grundrissen entstand zwischen 1230 und 1260. Grundherren und Erbauer waren sehr wahrscheinlich bereits die Burggrafen von Nürnberg aus dem Haus Zollern, Conrad I. und sein Sohn Friedich II. Sie waren die Erben der um 1200 ausgestorbenen Grafen von Abenberg. 1284 bis 1802 war die Burg fürstbischöflicher Amtssitz.

Im Jahre 1600, als ein großer Brand, vermutlich ausgelöst durch einen Blitzschlag in den Turm, die gesamte Hauptburg ausbrannte, ließ Bischof Johann Conrad von Gemmin­gen die Burg von Grund aus neu aufbauen. So besagen es jedenfalls zwei Inschriften. 1882 erwarb Louis Braun, "königlicher Professor und Schlachtenmaler aus München", die Burg.

Seit 1925 gehört sie dem CVJM­Landesverband Bayern. Sie ist die bestbelegteste Jugendherberge im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH), Tagungs- und Schulungszen­trum, moderner Hotelbetrieb und Ort für vielfältige Events. Regelmäßig fin­den Burgkonzerte, Burgfeste und CVJM-Gottesdienste in und rund um die altwürdigen Mauern statt. Das Ambiente wurde in den vergangenen Jahren immer wieder erweitert und renoviert. Seit 2001 gibt es einen großen Festsaal, der Platz für 260 Personen bietet und Veranstaltungen und Feierlichkeiten ermöglicht.

Für Sportbegeisterte steht im Burggraben ein Hartplatz mit Klein-Handballfeld, ein Basketball- und ein Volleyballfeld zur Verfügung. Zwei Bolzplätze sind fünf Minuten vom Haus entfernt. Auf dem Burggelände gibt es zudem eine kleine Sporthalle. Dort stehen unter anderem drei Tischtennisplatten, ein Flip-Flap, ein Kicker sowie zwei Billiardtische. Ferner befindet sich im "Bischofsgarten" ein Kinderspielplatz sowie im Haus eine Sauna. Und im Sommer kann im eigenen Freibad, das beheizbar ist, gebadet werden.

Aktuell plant der CVJM Bayern den Bau eines CVJM Mitarbeiter­ und Seminarzentrums auf Wernfels mit behindertengerechten und barrierefreien Zimmern unterhalb der Burg. Das Gästehaus soll mit 40 Betten ausgestattet werden, das vor allem kleineren Gruppen für Seminare und Schulungen zur Verfügung stehen soll. Insgesamt rechnet der CVJM Bayern mit Baukosten um die zwei Millionen Euro.

Prominentes Ehrenmitglied dieser christlich ausgerichteten Jugendorga­nisation ist übrigens der frühere Ministerpräsident Günter Beckstein. "Die Freundschaften und Aktivitäten im CVJM haben mich als Mensch und Politiker nachhaltig geprägt", betonte er bei der Verleihung des Titels im vorigen Sommer auf Burg Wernfels.

Quelle: Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung

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