01.10.2009

von B° / LW

Kammerkonzert

Hauptwerk dieses Konzerts ist das Streichquartett Nr. 2 op. 68 von Dmitri Schostakowitsch.


Kammerkonzert mit dem Georgischen Streichquartett am 2.10.09 um 20 Uhr im Alten Rathaus Weißenburg

Mitwirkende:
Konstantin Vardeli und Tamas Batiaschwili (Violine)
Nodar Jvania (Viola) und Otar Tchubinischwili (Violoncello)

Das Staatliche Georgische Streichquartett wurde 1966 von vier Assistenten am Staatskonservatorium in Tbilisi (Tiflis), wo sie auch ihr Studium absolviert hatten, gegründet und spielt noch heute in der ursprünglichen Besetzung. Alle vier Musiker sind heute Professoren am Konservatorium.

Den internationalen Durchbruch erzielten sie im Leo-Weiner-Wettbewerb in Budapest 1973, bei dem sie den 1. Preis des Hauptwettbewerbs sowie zusätzlich einen Spezialpreis für zeitgenössische Musik erhielten. In Folge bestritt das Georgische Streichquartett zahlreiche Aufführungen in Westeuropa: die Musiker sind inzwischen in Österreich, Holland, Italien, Belgien, Frankreich und Deutschland ebenso bekannt wie in Polen, Ungarn, der ehemaligen Tschecheslowakei und anderen Ländern. 1980 wurde dem Quartett die höchste sowjetische Auszeichnung "Künstler des Volkes" verliehne. Das Quartett hat zahlreiche Schallplatten und CDs herausgegeben.

Das Repertoire des Staatlichen Georgischen Streichquaretts ist sehr vielfälltig und umfasst Werke von der Wiener Klassik (Haydn, Beethoven) über die Romantik bis zur zeitgenössischen Musik. Besonderen Stellenwert in ihrem Repertoire haben die Werke von Dmitri Schostakowitsch, mit dem das Ensemble wiederholt in Kontakt stand. Schostakowitsch bemerkte über das Quartett: "Ich habe mehrmals Konzerte des Staatlichen Georgischen Streichquartetts gehört. Es besteht aus individuell starken Musikern mit einem wunderschönen Klang, hervorragender Technik und ernster Musikalität. Bei jedem neuen Werk decken sie dem Zuschauer dessen tiefsten Gehalt auf. Sie haben ein glänzendes Gefühl für das Ensemble. Wenn man ihnen zuhört, vergisst man unwillkürlich, dass vier Musiker spielen. Man könnte glauben, sie seien ein einziges Instrument."

Hauptwerk dieses Konzerts ist das Streichquartett Nr. 2 op. 68 von Dmitri Schostakowitsch, das er 1944 nach seiner Rückkehr aus der Evakuierung schrieb. Schostakowitsch bemerkte einmal ironisch, der Krieg sei für ihn eine glückliche Zeit gewesen, da ihm nun endlich erlaubt war, auch Werke mit negativen Inhalt jenseits des offiziellen kommunistischen Optimismus zu schreiben. Doch während die offizielle Lesart in seiner Musik dieser Zeit stets nur Reflexionen der Schrecken des Krieges sah, hörten der Komponist und viele andere darin die Tragödie des Regimes, unter dem sie leben mussten. Diese Doppelbödigkeit bestimmt auch das 2. Quartett.

Zuvor erklingen zwei werke bedeutender georgischer Komponisten, mit denen das Georgische Streichquartett eng verbunden ist: Das 1980 entstandene Quartett Nr. 3 "Das Epitaph" von Sulkhan Nassidse (1927-1996), Professor für Komposition am Tifliser Konservatorium und künstlerischer Leiter der Georgischen Philharmonie, der in seinen Kompositionen auf organische Weise Elemente der georgischen Volksmusik mit modernen Kompositionstechniken verbindet, und Acht georgische Miniaturen von Sulkhan Tsintsadse (1925-1991), der am Moskauer Konservatorium Cello und Kompositionslehre studierte, seit 1965 Rektor des Konservatoriums in Tbilisi war, und von dessen elf Streichquartetten die meisten vom Georgischen Streichquartett uraufgeführt wurden. In seinen Bearbeitungen georgischer Volksthemen bringt tsintsadse dem Zuhörer Georgien mit seiner abwechslungsreichen Landschaft und jahrhundertealten Traditionen nahe.

Veranstaltungsort: Altes Rathaus
Infotelefon: 09141-907123

Eintrittspreise: 14,- €
Ermäßigt: 10,- €
Schüler: 10,- €
vhs-Mitglieder 12,00 €

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