17.12.2009

von Jürgen Leykamm / LW

Kunst und Stille

Vor wenigen Wochen schlug die Geburtsstunde der Pleinfelder Künstlergruppe "Die Blienvelter" nun Eröffnung Ausstellung.


Kunst und Stille: Premiere für "Die Blienvelter"
Erste gemeinsame Ausstellung der kürzlich gegründeten Pleinfelder Künstlergruppe - Farbe ins Bürgerhaus bringen


Vor wenigen Wochen erst schlug die Geburtsstunde für die Pleinfelder Künstlergruppe "Die Blienvelter" - nun konnte sie bereits die Eröffnung ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung im Bürgerhaus des Ortes feiern. Die Lokalität ist dabei nicht zufällig gewählt: Denn in erster Linie geht es der Gruppe darum, "ein Forum für kreative Begegnungen zu schaffen".

So ist es auf dem Handzettel zur Ausstellung zu lesen. Ein Motto, das nur zu gut zur sozialen Intention des Bürgerhauses passt. "Die Blienvelter" wollen also gerade nicht zum elitären Künstlerzirkel avancieren, sondern die Kunst als kommunikatives Element ihren Zeitgenossen vermitteln und Farbe in deren Leben und das Bürgerhaus bringen. So erklärt sich auch die Doppeldeutigkeit des Gruppennamens: "Blienvelt" lautet nämlich der erste urkundlich erwähnte Name Pleinfelds, den man etwa mit "farbiges Feld" übersetzen könnte. Zugleich legt der Name des Kreises natürlich ein Bekenntnis zum Heimatort der Mitglieder ab. Sie alle haben ihre Werke bereits in Einzelausstellungen im Bürgerhaus präsentiert, in dem sich die Künstler beim gemeinsamen Engagement um die Einrichtung auch kennenlernten. Nun also sind die Werke von Maggy Behr-Horak, Gisela Habermann, Elke Handke, Cristina Schmidt, Stephanie Thoma-Kellner sowie Ane und Michael Zerbs erstmals gemeinsam zu sehen. Durchaus eine Herausforderung für die Betrachter, die so angehalten sind, sich auf viele verschiedene Darstellungsformen einzulassen. Zarte Landschaften in Pastellfarbe hängen neben eindringlichen, farbkräftigen Porträts in Öl, abstrakten Werke neben digital nachbearbeiteten Fotografien. Der Vielfalt der Bilder gesellte sich an der Vernissage auch noch die der Töne und Worte hinzu. Thoma-Kellner etwa spürte  in einem Gedicht über den November der Ambivalenz jenes Monats zwischen Farbenspiel und dem Tod in der Natur nach. In einer Kurzgeschichte ließ sie zudem Fabelwesen menschliches Sich-Bekriegen und Leiden allegorisch widerspiegeln. Für bunte Klangfarben sorgte der Gitarrist Johannes Künel, der seinem Instrument die ganze Bandbreite an Ausdruckskraft entlockte. Ein gemeinsames Lied sprach schließlich vom innerlichen Zur-Ruhe-Kommen. Ruhe finden kann man auch beim Betrachten der Ausstellung, die zudem auch unter dem Motto "Kunst und Stille" steht. Vor allem dann, wenn man dem Rat der Sprecherin der "Blienvelter", Elke Handke befolgt. "Schaut die Bilder mit Euren Herzen an", empfahl sie an der Vernissage. Kommunikation statt Kunstkritik ist gefragt. Eine Intention, die anziehend wirkt. So gibt es zum Einen bezüglich Ausstellungen immer mehr Nachfragen von Künstlern aus der weiten Umgebung und sogar bis aus Nürnberg. Zum Anderen aber betreiben vor allem "die Blienvelter" eine enge Kooperation mit Kindergärten und Schulen, indem sie den Kindern und Jugendlichen etwa lebendige Einblicke in die Welt der Kunst beziehungsweise die Hintergründe der ausgestellten Werke geben. Auch Workshops sollen demnächst angeboten werden. Dankbar zeigte sich Handke an der Vernissage für die Unterstützung durch das Team des Mehrgenerationenhauses Pleinfeld um Hausherr Norbert Schuster, dem dritten Bürgermeister der Gemeinde. Die Ausstellung "Kunst und Stille" ist im Bürgerhaus noch bis 31. Januar 2010 zu bewundern.

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