24.04.2015

von Stadt Roth LP

Teufel, Tod und Schwarzenegger

Die Ausstellung zeigt Plakate, Werbeschilder und Kultfiguren aus der Sammlung Stäbler in Rosenheim, einer der größten privaten Sammlungen afrikanischer Filmplakate.


Museum Schloss Ratibor

Hauptstr. 1, 91154 Roth, Tel. 09171-848532


Öffnungszeiten. Di-So 13-17 Uhr

Eröffnung: 20.4.15 18:00 Uhr


Ausstellungsdauer: 21.4.-5.7. 

Ein Spezifikum der ghanaischen Filmszene sind handgemalte, großformatige Plakate, die für Filme aus heimischer Produktion, aber auch für Hollywood-Blockbuster werben. Ursprünglich von reisenden Kinobetreibern als Werbemittel verwendet, sind die Plakate in den Zeiten billigen Digitaldrucks mittlerweile Zeugnisse einer aussterbenden Kunst.

Afrikanisches Kino – Video Clubs und reisende Filmvorführer

Vor allem in Nigeria entwickelte sich dem Ende der Kolonialzeit der größte Produktionsstandort für afrikanische Filme. Nollywood – wie das nigerianische Filmzentrum auch genannt wird – hat Hollywood mittlerweile überholt und ist mit bis zu 2000 Filmproduktionen jährlich nach Indien der weltweit zweitgrößte Kinostandort.

In Ghana hat sich ein eigener Filmmarkt entwickelt, der sich aus Nollywood-Produktionen, dem internationalen Angebot und eigenen Filmen speist.

In den großen Städten etablierten sich feste Kinos, während auf den Dörfern und in den kleineren Städten in sogenannten Video Clubs die Filme auf Fernsehgeräten vorgeführt wurden.

Diese kleineren Ortschaften wurden von ambulanten Kinobetreibern bedient, die mit einem generatorbetriebenen Fernseher über Land zogen und die neusten Filme zeigten. Ihre Filme bezogen soe aus Videotheken, die sie auch mkt denn dazugehörigen Plakate ausstatteten.

Die Filme – Wenn Schlangen aus Frauen kriechen

Die nigerianischen und ghanaischen Filme spiegeln auf eindrückliche Weise die westafrikanische Volkskultur wider. Vor allem Motive aus der Glaubenswelt, wie Hexerei und Zauberei tauchen immer wieder auf. Ein charakteristisches Beispiel ist die Figur der Mami Wata, einem nixenartigen Wassergeist mit Fischschwanz. Sie kann als sirenenartige Verführerin auftreten, aber auch Krankheit und Leid bringen.

Neben diesen Geschichten aus der okkulten Glaubenswelt,  sind epische Familientragödien und Liebesschmonzetten und Horrorgeschichten weitere beliebte Themen.

Auffällig ist das gänzlich unverkrampfte Verhältnis zur Gewalt in diesen Filmen, welches europäische Betrachter häufig befremdet. 

Plakatmaler- eine fast ausgestorbener Beruf

Kinos und reisende Filmvorführer warben mit handgemalten Plakaten für ihr Filmprogramm. Diese wurden von Plakatmalern im Auftrag der Videoverleiher gefertigt und mit den Filmen auf Tour geschickt.

Die Maler, die auch andere Werbeschilder fertigten, sind heute fast vollständig von billigen Digitaldrucken verdrängt.

Filmplakate und Schilder sind eine charakteristischer Teil des Straßenbildes westafrikanischer Städte. 

Mittlerweile sind die handgemalten Plakate zu gesuchten Sammelobjekten geworden.

Die Ausstellung – geeignet für unerschrockene Besucher

Die Ausstellung zeigt Plakate, Werbeschilder und Kultfiguren aus der Sammlung Stäbler in Rosenheim, einer der größten privaten Sammlungen afrikanischer Filmplakate. Teile der Ausstellung sind für Kinder nicht geeignet.

Sonderführung am10. Mai (Muttertag) 15 Uhr

„Von Mami Wata zu Good Mother“ Dr.  Wolfgang Stäbler führt durch die Ausstellung

Passend zum Thema

Leider kein passender Artikel gefunden.
Weitere Artikel finden Sie hier.

Haben Sie einen Artikel, der hierher passen würde? Bitte informieren Sie unsere Redaktion, vielen Dank!

Mehr aus der Rubrik

Leider kein passender Artikel gefunden.
Weitere Artikel finden Sie hier.

Haben Sie einen Artikel, der hierher passen würde? Bitte informieren Sie unsere Redaktion, vielen Dank!
Teilen: