28.03.2013

von B° / LP

(Quelle: Schloß Dennenlohe)

Deutscher Gartenbuchpreis ausgelobt

Deutscher Gartenbuchpreis und European Garden Book Award würdigen herausragende Gartenbücher auf Schloß Dennenlohe.

Deutscher Gartenbuchpreis und European Garden Book Award würdigen herausragende Gartenbücher

Begründungen der Jury zum Deutschen- & Europäischen Gartenbuchpreis 2013

Kategorie: Bester Ratgeber

1. Platz Hansjörg Haas: Pflanzenschnitt, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München.
Begründung der Jury: Der richtige Rückschnitt von Pflanzen ist ein wichtiges Dauerthema für jeden praktisch tätigen Gärtner – sei er Laie oder Fachmann. Der Autor, ein ausgebildeter Gärtner, studierter Gartenbauwissenschaftler und jahrelanger Kreisfachberater für Obst-, Gartenbau und Landespflege, weiß wovon er schreibt. Mit großer Fachkenntnis aber dennoch für jedermann leicht verständlich führt er den Leser an das Thema heran. Zahlreiche gute Fotografien und instruktive Zeichnungen erleichtern das Verständnis zusätzlich. Das Spektrum der behandelten Pflanzen reicht dabei von den Obst- und Ziergehölzen über die Kletterpflanzen bis zu den Stauden. Ein Schnittkalender rundet den gelungenen Band ab.
2. Platz Mascha Schacht: Garten Basics, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München.
3. Platz Axel Heinrich / Uwe J. Messer: Staudenmischpflanzungen, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart.

Kategorie: Bester Bildband
1. Platz Josh Westrich (Fotos) / Dorothée Waechter (Text): Zwiebelblumen, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern.
Begründung der Jury: Zwiebelblumen oder Frühlingsgeophyten, wie der Fachmann sagt, haben aufgrund ihrer Vielfalt und Farbenpracht aber auch ihrer vergänglichen Erscheinung seit jeher eine große Faszination auf Gartenbesitzer ausgeübt. Seit der Renaissance erfreuen sie sich in den europäischen Gärten größter Beliebtheit. Das vorliegende Buch widmet sich bewusst nicht neumodischen Sorten sondern historischen und altbewährten Arten. Umso überraschender ist es, was die hohe Kunst eines bedeutenden zeitgenössischen Fotokünstlers den Pflanzenindividuen zu entlocken vermag. Geradezu atemberaubend sind die Nahaufnahmen von Pflanzen, die mancher Gartenkundige zu kennen glaubte – wie etwa die mystische Eleganz der tiefschwarzviolett blühenden Traubenhyazinthe oder das majestätische Feuerwerk der fein gezeichneten Blüten der Kaiserkrone. Das schlichte, zurückhaltende Layout und der hochwertige Druck lassen die Aufnahmen gut zur Geltung kommen. Ein erläuternder Textteil rundet den Band ab.
2. Platz Georg Grabherr / Lois Lammerhuber: Ein Garten für das 21. Jahrhundert, Edition Lammerhuber, Baden.
3. Platz Evi Pelzer / Karen Meyer-Rebentisch: Landgärten-Private Paradiese zum Träumen, BLV Buchverlag, München.

Kategorie: Bestes Buch über Gartengeschichte

1. Platz Stefan Schweizer / Sascha Winter (Hrsg.): Gartenkunst in Deutschland, Verlag Schnell & Steiner GmbH, Regensburg.
Begründung der Jury: Der Titel des gewichtigen Werkes setzt hohe Erwartungen, verspricht er doch nicht weniger als eine umfassende Darstellung der deutschen Gartenkunstgeschichte über einen Zeitraum von rund 500 Jahren. Betrachtet man den Band genauer so erkennt man unschwer, dass er gerade keine „durchgängige“ Gartengeschichte „in einem Stück“ liefert. Es handelt sich vielmehr um ein Sammelwerk von einzelnen Aufsätzen von insgesamt 26 Autoren, das aus einem zweijährigen Projekt an der Heinrich Heine-Universität Düsseldorf hervorgegangen ist. Und dennoch – das vorliegende Werk stellt das zweifellos einer der wichtigsten Publikationen im Bereich der Gartengeschichte in den letzten Jahren dar. Für die Geschichte der Gartenkunst in Deutschland ist das großformatige und üppig mit zahlreichen historischen Darstellungen und aktuellen Fotografien illustrierte Werk insbesondere aufgrund der zahlreichen neuen Aspekte und Forschungsansätze ein Meilenstein und die bedeutendste Publikation seit der 1962-1965 erschienenen „Geschichte der deutschen Gartenkunst“ von Dieter Hennebo und Alfred Hoffmann.
2. Platz Horst Bredekamp: Leibniz und die Revolution der Gartenkunst, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin.
3. Platz Christoph Bertsch: Villa, Garten, Landschaft, Gebr. Mann Verlag, Berlin.

Kategorie: Bester Gartenreiseführer
Platz 1: Jana Kotte (Hrsg.): Berlin gärtnert, terra presse GmbH, Berlin.
Begründung der Jury: Warum gärtnert der Berliner so gern? Mit dieser Frage beginnt das Vorwort des ungewöhnlichen Bändchens, das sich zur Aufgabe gemacht hat, die Gartenkultur der Hauptstadt aus möglichst vielen, insbesondere alternativen Blickwinkeln zu beleuchten. Mit Staunen wird der Leser von den Hinterhofgärten und der Fassadenbegrünung zu den Kleingartenkolonien und den grünen Denkmalen geführt. Auch gärtnerisch genutzte Brachen, Kübelpflanzen und Künstlergärten bleiben nicht unerwähnt. Und auch zu unerwarteten Themen wie Weinanbau in Berlin und die Bücherei des deutschen Gartenbaus mit ihren umfangreichen Gartenbuchbeständen wird der Leser informiert. Ein Übersichtsplan zu Gemeinschaftsgärten bzw. Interkulturellen Gartenprojekten und eine Kurzbeschreibung der einzelnen Projekte ergänzt das handliche Büchlein.
Platz 2: Christa Hasselhorst / Hans Bach, Park Sanssouci, EDITION BRAUS Berlin GmbH, Berlin.
Platz 3: Karin Ortler, Gartenführer, Schloss Trauttmansdorff (Hrsg.), Merano (Südtirol).

Kategorie: Bestes Garten- und Pflanzenportrait
Platz 1: Dr. Claus Schulz: Sommerblumen, flora et gardendesign gmbh, Wuppertal.
Begründung der Jury: Das Buch widmet sich ganz bewusst auf monographische Weise den so genannten Sommerblumen, also den kurzlebigen, d .h. ein- und zweijährigen Zierpflanzen, die insbesondere aufgrund ihrer Blüte in Mischpflanzungen gerne Verwendung finden. Die sehr individuelle Publikation versucht damit eine Lücke in der Gartenliteratur zu schließen – liegt doch ein umfassendes Buch zu dieser Thematik bemerkenswerterweise bislang weder in deutscher noch in englischer Sprache vor. Ausgehend von dem Versuch einer Definition und der Betrachtung der natürlichen Standorte der bei uns verwendeten Sommerblumen spannt der Autor dabei den Bogen seiner Betrachtung über die Kombination und Verwendung bis zu philosophischen und weltanschaulichen Aspekten.
Platz 2: Manfried Kleinau: Fuchsien, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart.
Platz 3: M. Breckwoldt / F. Graf von Luckner: Lavendel – Duft u. Sinnlichkeit im Garten, BLV Buchverlag, München.

Sonderpreis der Jury

Ute Scheub / Haiko Pieplow / Hans-Peter Schmidt: Terra Preta. Die schwarze Revolution aus dem Regenwald, oekom verlag GmbH, München
Begründung der Jury: Terra Preta – die aus Südamerika stammende, sagenhafte fruchtbare „schwarze Erde“ – zieht seit einiger Zeit das Interesse zahlreicher gärtnernder Laien und Fachleute auf sich. Mit dem Band wird nun das erste umfangreichere Buch in deutscher Sprache zu diesem Thema vorgelegt. Dabei beleuchtet das Werk die Möglichkeiten und Grenzen dieses Pflanzsubstrates im Gartenbau. Es behandelt ökologische Aspekte und enthält sowohl konkrete Gebrauchsanweisungen – auch zur Eigenherstellung von Terra Preta – als auch Kurzbeschreibungen von Terra Preta-Projekten aus aller Welt. Bemerkenswert ist, dass sich gleich drei kompetente Autoren zur Erstellung des Buches zusammengefunden haben.

Stihl-Sonderpreis für außergewöhnliche Leistungen

Dr. Claus Schulz: Sommerblumen. Glanzlichter der Sonne, flora et gardendesign gmbh, Wuppertal
Begründung der Jury (siehe dazu auch ergänzend Begründung Pflanzenportrait):
Die Publikation sticht auf besondere Weise aus der Masse der in Deutschland aktuell erschienenen Gartenbücher heraus. Das im Eigenverlag edierte Werk fällt bereits aufgrund seines äußeren Erscheinungsbildes ins Auge. Klappt man das in Halbleinen gebundene Buch auf, so ahnt man bereits, dass es sich um etwas ganz Besonderes handelt. Im Inneren gibt die ungewöhnliche Bindung den Blick auf den Buchblock mit einer Fadenheftung in verschiedenen Farben frei, die wohl auf die Farbenpracht der Sommerblumen verweisen sollen. Das handsignierte und in nummerierter Auflage von nur 500 Stück gedruckte Werk ist zweifellos ein ganz persönliches Statement und Ausdruck für eine niveauvolle Garten- und Gartenbuchkultur, die es in Deutschland auf besondere Weise zu fördern gilt.

Leserpreis von „Mein schöner Garten“

Sabine Reber/Fotos: Stöh Grünig: Gärtnern – die neue Freiheit!, BLV Buchverlag München
Begründung der Leserjury: Das Buch „Gärtnern – die neue Freiheit!“ hat uns sehr gut gefallen, weil es unkonventionell und sehr humorvoll an das Thema Garten heranführt. Es ist ein sehr persönliches Werk, das die Gartenerfahrungen der Schweizerin Sabine Reber wiedergibt. In flotter Sprache plädiert sie für ein anderes Gärtnern jenseits des Perfektionismus und ermuntert Anfänger, einfach alles auszuprobieren und auch mal Fehler zu riskieren. Auch die Fotos von Stöh Grünig haben uns überzeugt, sie haben eine ganz eigene, ehrliche Bildsprache und ergänzen den Text in idealer Weise.

European Garden Book Prize
Platz 1: Christian Hlavac / Astrid Göttche / Eva Berger (Hg.): Historische Gärten und Parks in Österreich, Böhlau Verlag, Wien / Köln / Weimar.
Begründung der Jury:
Der fundierte Band baut auf das 1993 erschienene, ebenfalls unter den Fittichen der Österreichischen Gesellschaft für historische Gärten edierte Werk „Historische Gärten in Österreich. Vergessene Gesamtkunstwerke“ auf, wobei eine völlig neue Auswahl an Gärten und weitestgehend andere Autoren dem Leser das für Österreich so eminent wichtige Thema nahe bringen. Die einzelnen Beiträge behandeln die Anlagen gleichzeitig kompakt und detailliert und sind mit aktuellen Fotografien und treffend ausgewählten historischen Darstellungen gut illustriert. Dabei erfüllt das Buch gerade für die österreichischen historischen Gärten eine wichtige Funktion, nämlich auf die Notwendigkeit des Schutzes der oftmals unmittelbar durch Bebauung o.ä. bedrohten Anlagen hinzuweisen. Auch bei der Auswahl der Autoren haben die Herausgeber eine glückliche Hand bewiesen, denn offenbar wurde versucht die für den jeweiligen Garten kundigsten Experten zu gewinnen. So entstand ein Werk, das Lust darauf macht die Gärten und Parks in Österreich auch selbst zu erkunden.
Platz 2: Philippe Perdereau / Didier Willery: Filigrane Leichtigkeit. Außergewöhnliche Gräsergärten entdecken (Originaltitel: Le plus beaux jardins graminées), Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
Platz 3: Catherine Delvaux / Florence Le Maux: Meine Gartenwelt (Originaltitel: Le Carnet jardinier), Kosmos, Stuttgart

European Garden Photo Award – www.igpoty.com
Platz 1: Gary Rogers, „Spring in the Box garden“, North-west Germany
Platz 2: Josette Taylor, “Tulip Dance”, Marnes-Spain
Platz 3: Sergey Karepanov, „Bella Vista“, Villa Melzi Giardini Bellagio - Lake Como Italy

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