Stadtbefestigung von Wolframs-Eschenbach

Um 1306 wurde die kleine Kommende des Deutschen Ordens in Eschenbach aufgelöst und ihr Besitz dem wohlhabenden, einflussreichen Ordenshaus in Nürnberg unterstellt, das allmählich ganz Eschenbach an sich brachte und durch ein Vogteiamt verwaltete.
1332 erhielten »die Brüder des Deutschen Ordens«, wie schon erwähnt, von Kaiser Ludwig dem Bayern das Recht, aus Eschenbach »eine Stadt zu machen«. Der Herrscher folgte einer Bitte des Ordenbruders Heinrich von Zipplingen, der als fränkischer Landkomtur der oberste Ordensherr in Franken war. Graben, Türme und Mauern entstanden im Wesentlichen in der Zeit zwischen 1332 und 1440. Im Bereich des Oberen Tores ist bis in die Gegenwart hinein die trutzige Wehrhaftigkeit der städtischen Befestigungsanlage gut zu erkennen.
Der tiefe Graben, der massive Torturm, die hohe innere Mauer, verstärkt noch mit einem Zwinger und einer zweiten äußeren Mauer, vermitteln den Eindruck, dass Eschenbach regelrecht zur Festung ausgebaut wurde. Die Mehrteiligkeit und das Maß der Gliederung machen das Wehrsystem zu einem Kunstwerk.
Der Untere Torturm präsentiert auf der Feldseite rechter Hand das Wappen des Grafen Konrad von Egloffstein, der von 1396 bis 1416 als so genannter
Deutschmeister der höchste Ordensherr in deutschen Landen war; linker Hand sieht man das Wappen des Grafen Ludwig von Wertheim, der von 1407 bis 1419 das Amt der fränkischen Landkomtur innehatte. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts verstärkte man die Südflanke der Stadtmauer mit dem Hungerturm und dem Bürgerturm.
Der Obere Torturm zeigt auf der Feldseite rechter Hand das Wappen des Deutschen Ordens, linker Hand das Wappen des Philipp von Bickenbach, der von 1361 bis 1375 den Rang des Deutschmeisters einnahm.

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