Römische Thermen in Weißenburg

Große, außergewöhnlich gut erhaltene Bäderanlage aus der Zeit der Römer.

Als im Frühjahr 1977 unweit des großen Römerkastells Biriciana die Baggerarbeiten für den Bau einer Reihenhäuserzeile einsetzten, stieß man schon bald auf die massiven Grundmauern einer großen Bäderanlage. Die sogleich nach der Entdeckung der Thermen eingeleitete Sicherungsgrabung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege dauerte von Frühjahr bis Herbst 1977 und führte zur vollständigen Freilegung des Gebäudes. Der ausgezeichnete Erhaltungszustand der Architekturreste, von denen sich Fundamente und aufgehendes Mauerwerk bis zu einer Höhe von 2,5 m erhalten haben, bewog die zuständigen Stellen, den außergewöhnlichen Befund als archäologisches Denkmal für die Nachwelt zu erhalten.

In den Thermen der griechisch-römischen Welt muss man eine Art universellen Versammlungsort sehen, an dem das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden werden konnte. So kamen bei Erholung, Sport und Spiel auch die leiblichen Genüsse wie Essen und Trinken nicht zu kurz, und ohne Zweifel war dieser gesellschaftliche Mittelpunkt ein ebenso geeigneter Ort für den Austausch von Nachrichten und Meinungen. Bei den Weißenburger Thermen handelt es sich allem Anschein nach um ein vom Militär gebautes Zivilbad.

Der Besucher kann bei seinem Rundgang vom Führungssteg aus alle Räumlichkeiten der Therme überblicken. Teile des früheren Gymnastikhofes mit Säulengang sind ebenso sichtbar wie die Reste einer späteren Sporthalle. Die beheizbaren Räume geben sich durch die so genannte Hypokaustenheizung zu erkennen. Bei den Ausgrabungen kamen auch zahlreiche Funde - z. B. Schmuckgegenstände, Haarnadeln, kosmetische Geräte, Scherben von Ton- und Glasgefäßen, Spielsteine, Münzen, usw. - ans Tageslicht, die das Leben und Treiben in dieser charakteristischen Stätte römischer Kultur am Limes in Raetien eindrucksvoll beleuchten. Diese Funde sind im Römermuseum Weißenburg ausgestellt.

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