Römermuseum in Weißenburg - Fränkisches Seenland

Neben einer Übersicht über die vor- und frühgeschichtlichen Kulturen mit dem 1979 gefunden römischen Schatz von Weißenburg präsentiert das Museum eine einzigartige Sammlung von 120 Ausstellungsobjekten römischen Kunsthandwerks.

Der Ankauf des römischen Schatzfundes von Weißenburg durch den Freistaat Bayern im Jahr 1980 war der Anlass für die Gründung des Römermuseums Weißenburg. So entstand das neue Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München.

Der Besucher betritt das Gebäude, in dem sich das Römermuseum befindet, über das kostenlos zu besichtigende „Bayerische Limes-Informationszentrum Weißenburg“. Der Museumsrundgang selbst beginnt im ersten Obergeschoss, wo Fundstücke aus alten Beständen sowie aus jüngsten Grabungen einen Überblick über die Geschichte des Weißenburger Gebietes von der Steinzeit bis in die Römerzeit bieten. Zweifellos bilden die Funde der römischen Epoche den Schwerpunkt. Besonders herausgestellte Themen („Das Kastell“, „Der römische Limes“) beleuchten den vorwiegend militärischen Charakter. Das Kastell Biriciana war ein wichtiger Militärstützpunkt an der raetischen Limesstrecke. Die unterschiedlichen Funde stammen zum großen Teil aus den Grabungen seit 1980. Für zahlreiche untergeordnete militärische Anlagen kann man auf neuere Grabungen zurückgreifen; zu erwähnen ist z. B. das in geringer Entfernung zum Limes hin gelegene Kastell Ellingen oder im zivilen Bereich das große Badegebäude, das in Weißenburg selbst konserviert und zugänglich gemacht wurde.

Das zweite Obergeschoss ist ganz dem Schatzfund von Weißenburg vorbehalten, der in den Jahren zwischen 233 bis 259/260 anlässlich einer drohenden Gefahr vergraben und 1979 wiederentdeckt wurde. Die Ausstellung ist hier entsprechend den Objektgruppen gegliedert. Am Anfang stehen Votive aus Silberblech mit der Darstellung römischer Götter. Es sind volkstümliche Weihegaben, welche das Spektrum der am meisten verehrten Gottheiten widerspiegeln. Man vermutet deshalb, dass der Schatzfund zum Inventar eines oder mehrerer Heiligtümer gehörte. Auch die Bronzegefäße, die eine ganze Wandvitrine füllen, weisen durch einige Weiheinschriften auf ein Heiligtum hin, Form und Qualität zeichnen sie zusätzlich als wertvolles Kultgerät aus. Einmalig in Qualität, Zusammensetzung und Menge sind die Bronzestatuetten. Die siebzehn Figuren römischer Götter stammen aus der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts und kommen aus unterschiedlichen Werkstätten des Römischen Reiches.

Die Vitrinen mit den Götterstatuetten begleiten den Besucher durch zwei Räume, in denen die weiteren Objekte des ca. 120 Fundstücke umfassenden, reichen Schatzfundes zu sehen sind: z. B. Paradeausrüstungsteile, fein gearbeitete Beschläge, darunter seltene Stücke wie ein Klappstuhl, eine Waage, ein Schloss oder Wagenteile, Holzbearbeitungswerkzeuge und Bronzelampen. Dieser Schatzfund, der ein einzigartiges Dokument für römische Kulturgeschichte auf bayerischem Boden ist, hebt Biriciana aus seiner bisher militärischen Bedeutung über viele Orte des römischen Bayern hinaus.

Öffnungszeiten:
März: täglich von 10.00 - 12.30 u. 14.00 - 17.00 Uhr
April bis Ende der bayerischen Herbstferien:
täglich von 10.00 - 17.00 Uhr
Jan. u. Feb. geschlossen
Am 24. u. 25. Dez. geschlossen

Teilen: