Stadtgeschichte von Weißenburg

Ca. 3000 v. Chr. Besiedlung seit der frühen Jungsteinzeit (Bodenfunde) nachgewiesen.

Um 90 n. Chr. Von den Römern wird in der Nähe des Rätischen Limes ("Teufelsmauer") im Bereich einer Keltensiedlung das "Castrum Biriciana" angelegt. Außerdem entsteht eine große stadtähnliche Siedlung mit der ab 1977 ausgegrabenen eindrucksvollen römischen Thermenanlage.
 
Um 253 Römerkastell "Biriciana", Römerthermen und römische Siedlung werden von den Alemannen zerstört.
 
Um 500 Drei Siedlungskerne der späteren Stadt werden nachgewiesen - ein alemannisch-merowingisches Dorf, ein fränkischer Königshof und eine Ansiedlung königlicher Dienstmannen.
 
793 Karl der Große hält sich vermutlich anläßlich des Baues der "Fossa Carolina" (Reste zwischen Treuchtlingen-Graben und Weißenburg-Dettenheim) im Weißenburger Königshof auf. Wirken von St. Gunthildis in Suffersheim.
 
867 Der Königshof "Uuizinburc" und Suffersheim werden erstmals urkundlich erwähnt.
 
1028 Weißenburg wird Königsgut der Salier, später der Staufer.
 
1070-1188 Weißenburg entwickelt sich zur ummauerten Stadt mit drei Toren ("burgus").
 
1241 Seit diesem Jahr ist eine städtische Selbstverwaltung nachweisbar. Das Gemeinwesen hat bereits Stadtrechte und ein eigenes Wappen. Das älteste erhaltene Siegel der Stadt Weißenburg und damit zugleich das älteste Stadtwappen ist an einer Urkunde des Jahres 1241 überliefert. Es zeigt im gespaltenen Schild vorne den halben, schwarzen Reichsadler auf goldenem Grund, hinten eine halbe, silberne Burg auf rotem Grund.
 
1262 Im Krieg zwischen den Herzögen von Oberbayern und den Marschällen von Pappenheim wird Weißenburg durch Herzog Ludwig 11. den Strengen völlig zerstört.
 
1296 Weißenburg ist bereits Reichsstadt und erhält von König Adolf von Nassau das Privileg der Befreiung von fremden Gerichtszwang.
 
1327 Weihe von St. Andreas.
 
1338 Stadtwaldschenkung durch Kaiser Ludwig den Bayern.
 
1372/1376 Stadterweiterung durch Ummauerung der Südvorstadt, finanziert mit einem kaiserlichen Steuerprivileg.
 
1377 Die bis 1802 gültige Regierungsform und die Zusammensetzung des Rates werden beschlossen.
 
1451 Im zweiten großen Städtekrieg rauben Weißenburger Bürger das Kloster Wülzburg aus und stecken es in Brand.
 
1480 Zusammenbruch der städtischen Finanzen. Einsetzung einer kaiserlichen Kommission. Der Aufstieg der Stadt wird hierdurch entscheidend gebremst.
 
1481 Die Stadt erhält von Kaiser Friedrich III. ihr heute noch gültiges Wappen. Am 21. September 1481 erhielt die Stadt Weißenburg ein neues Wappen durch Kaiser Friedrich III. verliehen. Im Original- Wappenbrief ist es in Wort und Bild beschrieben als "einen roten schilde, darinne ein weisse stat mit zweien thurnen, steende zwischen derselben thurne in einem gelben oder goldfarbenen schild ein swarzer adler mit zweien häuptern ..."
 
1524 Beginn der Reformation mit Beitritt zur Augsburger Konfession (1530).
 
1536 Die Lateinschule wird gegründet. Berühmtester Rektor: Magister Johann Alexander Döderlein (1675 - 1745).
 
1588 Auf der Wülzburg über der Stadt (630 m) läßt Markgraf Georg Friedrich von Ansbach eine große Festung erbauen. Dazu wird das aus dem 11. Jahrhundert stammende und in der Reformation säkularisierte Benediktinerkloster abgebrochen.
 
1618-1648 Unter dem Dreißigjährigen Krieg leidet die Stadt schwer, sie wird abwechselnd von kaiserlichen (Tilly) und schwedischen Truppen (König Gustav Adolf) besetzt. Trotz mehrfacher Belagerung und Plünderung, auch Heimsuchung durch die Pest, gelingt es der Stadt, nach dem Friedensschluß alle früheren Rechte zurückzuerhalten.
 
1729 Barockisierung von Spitaltor und Spitalkirche durch Gabriel de Gabrieli.
 
1791 Erstmalig Freilichttheater auf der Schönau (dort befindet sich heute das Bergwaldtheater).
 
1796-1815 Während der Napoleonischen Kriege wird die Stadt wiederholt von preußischen, russischen, österreichischen und bayerischen Truppen besetzt.
 
1802 Weißenburg verliert seine Reichsfreiheit, kommt zuerst an Kurbayern, dann an Preußen und 1806 endgültig an das Königreich Bayern.
 
1819 In Weißenburg erscheint die erste Zeitung, das "Wöchentliche Nachrichten- Frage- und Anzeigeblatt".
 
1863 Weißenburg wird kreisunabhängig und Sitz des Bezirksamtes.
 
1869 Weißenburg erhält seinen Bahnanschluß (Strecke Nürnberg - Augsburg).
 
1882 Die Stadt erwirbt die Festung Wülzburg mit Ausnahme des südlichen Schloßflügels.
 
1918 Der spätere französische Staatspräsident Charles de Gaulle befindet sich im Kriegsgefangenenlager auf der Wülzburg.
 
1945 Beim alliierten Bombenangriff auf Weißenburg am 23. Februar werden 22 Menschen getötet; Kriegsende in Weißenburg am 23. April mit Einmarsch der Amerikaner.
 
1945-1948 Etwa 6000 Heimatvertriebene, vor allem aus dem Sudetenland und den schlesischen Gebieten, lassen sich in Weißenburg nieder.
 
1949 erhält Weißenburg wieder die Kreisunmittelbarkeit verliehen.
 
ab 1952 Beginn umfangreicher Baumaßnahmen im schulischen Bereich mit Seeweiherschule (ab 1952), Berufsschule (ab 1956), Realschule (ab 1964), Großturnhalle (1971), Fachoberschule (ab 1970) und Gymnasium (ab 1972).
 
1954 Bau der ersten Weißenburger Kläranlage (mechanischer Teil); der Ausbau des biologischen Teils wurde 1965 fertiggestellt.
 
1955 Die Stadt Weißenburg übernimmt die Patenschaft über die Stadt Kaaden an der Eger (Böhmen).
 
1959/60 Bau des modernen Freibads anstelle der Schwimmanstalt am alten Badweiher
 
1962/64 Bau der kath. Heilig-Kreuz-Kirche nach Plänen des bekannten Münchner Architekten Alexander von Branca.
 
1969 Beginn der systematischen Sanierungsmaßnahmen an der Festung Wülzburg, die bis heute mit erheblichem finanziellen Aufwand - unter Beteiligung von Bund und Land - durchgeführt werden.
 
1972 Im Rahmen der bayerischen Gebietsreform verliert Weißenburg seine Kreisfreiheit und wird Große Kreisstadt und Kreissitz im neugebildeten Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.
 
1977 Entdeckung der römischen Thermen (Thermae Maiores). Beginn der Sicherung und späteren Restaurierung (Vollendung 1983/85).
 
1978 Durch die Eingemeindung der Orte Dettenheim, Holzingen, Kattenhochstatt, Rothenstein und Weimersheim (1972), Emetzheim, Haardt, Oberhochstatt, Suffersheim und Hagenbuch (1978) erhält die Große Kreisstadt Weißenburg i. Bay. ihren heutigen Umfang und ihr heutiges Gesicht.
 
1979 Fund des Weißenburger Römerschatzes (Mittelpunkt des ab 1981 aufgebauten Zweigmuseums der Prähistorischen Staatssammlung).
 
1983 Eröffnung des Römermuseums (1994/95 erweitert). Einweihung des Kulturzentrums Karmeliterkirche.
 
1985 Als Abschluß der Gebietsreform schließt die Stadt Weißenburg ihr über hundertjähriges städtisches Krankenhaus, das neue Kreiskrankenhaus (Kosten ca. 90 Mio. DM) wird eingeweiht.
 
1986/87 Bau des Feuerwehrhauses auf dem Gelände des 80 Jahre alten Schlachthofes (1985 abgebrochen).
 
1988 Einweihung des Parkhauses am Ellinger Tor.
 
1989/91 Sanierung der historischen Schranne, Nutzung u.a. als Markthalle.
 
1990 Einweihung der Umgehungsstraße am 18. Mai 1990; gleichzeitig Sperrung des Durchgangsverkehrs am Gotischen Rathaus.
 
1991 Beginn des Projekts "Neues Rathaus" zur Zusammenfassung des gesamten nichttechnischen Bereiches der Stadtverwaltung; Fertigstellung des 1. Bauabschnitts (Bauteile B, C und D) 1995; Fertigstellung des 2. Bauabschnitts (Bauteil A) 1996

ab 1994 Beginn des Ausbaus der Kläranlage in 2 Bauabschnitten; Fertigstellung BA 1 (u. a. neuer Faulbehälter) im Januar 1996. Abschluss der Konzentration der technischen Bereiche (Bauhof, Stadtgärtnerei, Stadtwerke) an der Schlachthofstraße.
 
ab 1994 Ausbau der Kläranlage in zwei Bauabschnitten; Fertigstellung - u.a. mit einem neuen Faulbehälter - Januar 1996.
 
1996 Eröffnung des Arbeitsamt-Neubaus an der Schwärzgasse
 
1998 Einweihung des Reichsstadtmuseums am 28.02. Inbetriebnahme des Wasserpumpwerks am "Kühlebach"
 
1999 Beginn der Sanierung des Hallenbads mit Erweiterung zur "Mogetissa-Therme"; Fertigstellung 2002
 
2000 Offizielle Fertigstellung des "Fränkischen Seenlands"
 
2001 Abschluß der Sanierung des Städt. Wildbades. Einweihung der modernisierten und erweiterten Stadtbibliothek in der Alten Post
 
2003 Abschluss der langjährigen Sanierung der Spitalkirche
 
2004 Abschluss der Sanierung des Gotischen Rathauses
 
2005 Aufnahme des römischen Limes als Weltkulturerbe - Einweihung des bayerischen Limesinformationszentrums in Weißenburg am 22. Mai.
 
2006 Umgestaltung der Luitpoldstraße (Fertigstellung 2007)

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