Sehenswertes - Sehenswürdigkeiten in Weidenbach-Triesdorf

Geprägt ist die Marktgemeinde durch den Ortsteil Triesdorf, die einstige Sommerresidenz der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach.

Kavaliershäuschen

Ursprünglich sind es vier korrespondierende "rothe Häußlein". Heute heißen die beiden nördlich der Straße gelegenen Bauten "Kavaliershäuschen" und die beiden südlich gelegenen, die 1862 verbunden wurden, ergeben seitdem die "Gastwirtschaft zum Adler". Architekt der "anmutigsten Bauten in Triesdorf" aus den Jahren 1695 bis 1697 ist wohl Gabriel de Gabrieli, Hofbaumeister des Markgrafen Georg Friedrich des Jüngeren von Brandenburg-Ansbach. Dieser Markgraf ist es auch, der in Triesdorf das Weiße Schloss 1686 fertig stellte.

Weißes Schloss

Ab dem Jahr 1682 wird das Weißes Schloss erbaut. Es besteht ursprünglich aus dem Hauptbau mit dem Turm und einem freistehenden Kellerbau. 1686 ist der erste Bauabschnitt beendet. Es dient als Jagdschloss für die zahlreichen Jagdgesellschaften in Triesdorf. Baumeister ist hier wohl Johann Stierner. Bis 1776 erfolgen zahlreiche Erweiterungen durch die Hofbaumeister Gabriel de Gabrieli, Leopoldo Rettÿ und Johann David Steingruber. Zu der Anlage gehören ein Vorgarten mit Springbrunnen, ein Hauptgarten nach Norden und ein Eiskeller im nahen Staatswald. Ein Eiskeller wird benötigt, um im Winter das gesalzene Eis aus den Triesdorfer Weihern bis in den Sommer hinein kühl zu lagern. Heute nutzt die Staatliche Fachakademie für Landwirtschaft, Fachrichtung Hauswirtschaft und Ernährung, eine Einrichtung des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten, das Weiße Schloss. Besonderheiten: Stuckdecken im Obergeschoss.

Villa Sandrina

Erbaut wurde die Villa Sandrina im Jahr 1785. Die ursprüngliche Bezeichnung ist "Anlage der Madame de Curz". Die "Kurzin", Tochter eines Wiener Komikers und Mätresse des Markgrafen Alexander kauft 1783 in Ansbach ein Haus und plant ein weiteres Haus in Triesdorf. Mit der neuen Mätresse Lady Craven allerdings verliert Markgraf Alexander die Interesse an der Schauspielerin. Kurzerhand wird aus "Anlage der Madame de Curz" der "neue italienische Bau". Ab 1786 sollte die neue Mätresse in das Haus einziehen. Lady Craven zog es aber vor, für sich ein eigenes Schloss zu planen: die Villa Rotunda. Im Gartenhaus wird 1787 von der Lady Craven eine "Neue gelehrte Gesellschaft zu Triesdorf" eingerichtet, die Villa Sandrina selbst wird zum "Hotel d'Alexandre". Heute wird die Villa Sandrina für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Auch steht die Villa Sandrina für standesamtliche Heiraten des Standesamts Weidenbach offen.

Heydenab'sches Haus - Alte Apotheke

Im Jahre 1737 lässt der markgräfliche Falkner Ernst Wilhelm Anton von Heydenab (1701-1758) - ein Günstling des Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich - am Ortseingang von Weidenbach direkt an der Straße Triesdorf-Weidenbach ein Schloss in Hufeisenform erbauen. Das Anwesen besteht aus Herrenhaus, zwei freistehende Flügeln, ein Vorgarten zur Straße und einen Hauptgarten in Richtung Südwesten. Als Architekt gilt heute allgemein Leopoldo Rettÿ, der Hofbaumeister des Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach.
Allerdings bediente sich Rettÿ hierbei wahrscheinlich älterer englischer Vorbilder. Das englische Thema kam nicht zuletzt seit der Thronbesteigung im Jahr 1727 der Königin Caroline von Großbritannien in Mode, einer geborenen Prinzessin aus dem Hause Brandenburg-Ansbach. 1756 kauft die Markgräfin Friederike Louise (1714-1784) das Anwesen samt seiner rund zwölf Hektar Land und einer stark florierenden Brauerei.
Seit 1760 dient das Heydenab'sche Haus als Falknerei, da Markgraf Alexander im bisherigen Falkenhaus Wohnung bezieht und somit aus dem "Falkenhaus" das "Rote Schloss" macht, dem Gebäude also eine neue Funktion gibt.
Besonderheiten: Sandsteinbank vor dem Haus. Weitere Namen: Gut Plein Desir, Alte Apotheke.

Markgrafenkirche

Im März 1735 beginnt der Ansbacher Hofbaumeister Leopoldo Rettÿ mit dem Bau der Hofkirche für Markgraf Carl Wilhelm Friedrich. Die Hofkirche entsteht dabei am bisherigen Ortsrand von Weidenbach in Richtung Triesdorf an der Straße Weidenbach-Triesdorf. Die bisherigen Kirchen von Weidenbach und wohl auch von Triesdorf werden im Zuge des Neubaus abgerissen. Die Einweihung findet statt am 12. Mai 1736, dem 24. Geburtstag des Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich (1712-1757). Die Kirche bietet Platz für 1.000 Personen.
Im Inneren ist der so genannte Markgrafenstil erkennbar: Altar, Kanzel und Orgel sind übereinander angeordnet und bilden somit eine Linie. Die Schauseite der Kirche zeigt nach Süden und somit in Richtung Ornbau. Offensichtlich stellt der Kirchenbau eine Provokation des evangelisch-lutherischen Markgraftums dar gegenüber dem benachbarten katholischen Hochstift Eichstätt mit seinem Außenposten Ornbau.
Heute ist die Hofkirche die Pfarrkirche der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Weidenbach. Als Filialkirche dient die Leidendorfer Kirche St. Peter und Paul. Unterhalten wird vom Kirchensprengel ebenso die Turmruine der ehemaligen Kirche St. Briccius in Großbreitenbronn.
Besonderheiten: das Wappen des Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich als Orgelkrone, Dreiecksgiebel über dem Haupteingang mit Wappen- und Emblemrelief, vergoldete Wetterfahne CWF MZB (Carl Wilhelm Friedrich Markgraf Zu Brandenburg).
Weitere Namen: Markgrafenkirche, Pfarrkirche St. Georg.

Vielen Dank an
Verein der Freunde Triesdorf
http://www.freundetriesdorf.de
Herr Carl-Alexander Mavridis

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