Dreifaltigkeitskirche Unterschwaningen

erbaut von 1738 - 1743

Am Montag, den 22.09.1738, dem Tage des Apostel Matthäus fand die feierliche Grundsteinlegung statt, zu der der als Vertretung der Regierung Gottfried von Boit erschienen war. Der amtierende Pfarrer war damals Julius Körner. In das Fundament wurde eine in einen Stein eingefügte, aus Zinn durch Hofsekretär Dietz gestochene Platte, sowie ein Glaskästlein mit besonders gemünztem Geld, sowie 4 Getreidearten, nämlich: Korn, Gerste, Weizen und Hafer eingemauert. Viele Evangelische waren zu dieser Grundsteinlegung aus Nah und Fern gekommen. Auch eine Menge Katholiken nahmen daran teil. Zum Schluss sang man das Lied "nun danket alle Gott" und es wurde eine Kollekte erhoben. Nun ging es mit aller Kraft an den Neubau der Markgrafenkirche, der von 1738 bis 1740 dauerte. Als 1740 der Dachstuhl aufgerichtet war, baute man noch 3 Jahre am Turm, der fast 50 m hoch wurde. Dieser Kirchturm, der den sog. "protestantischen Barock" aufweist und Schönheit und Harmonie in sich vereinigt, grüßt weit ins Land hinaus.

Der Erbauer und Architekt der Kirche war der damalige Direktor des markgräflichen Bauwesens in Ansbach - Leopold Retty, der auch der Erbauer des Stuttgarter und Kirchheimer Schlosses ist. Direktor Retti starb 1758 in Paris.

Die Maße unserer schönen Markgrafenkirche sind:
a) außen: Ganze Länge 34 m, Breite 17,50 m, Dachhöhe ca. 24 m, Turm Höhe ca. 46 m.
b) innen: Schiff: Länge 29 m, Breite, 14,65 m, Höhe 13,60 m, Sakristei: Anbau, Länge 3,30 m, Breite 7,10 m, Höhe 14,30 m.

Es darf nun aber niemand meinen, dass der Markgraf diese schöne Kirche auf seine Kosten bauen ließ. Der Markgraf lieferte wohl Holz, Ziegel und dgl., forderte aber für seine Auslagen Rückersatz von der Kirchenstiftung. So mussten die Mittel zum Kirchenbau aus dem Erträgnissen des Zehnten. (sog. Pfarrzehnten) und durch Kollekten und Spenden aufgebracht werden. Die innere Ausstattung der Kirche hat der Markgraf selbst übernommen, z.B. die Glocken, die Orgel und das Gestühl, wahrscheinlich auch den Altar und die Kanzel.

Im Jahre 1743, am 12. Mai erfolge die Einweihung dieser herrlichen Kirche unter großem Gepränge. Ihre königliche Hoheit war mit allen Ministern, Räten und dem ganzen Hofstaat erschienen und im Markgrafenstand anwesend. Die Urkunde gibt genauen Aufschluss, wie alles bis aufs Kleinste geregelt war, z. B. wo das Volk aus allen 4 Gemeinden mit allen Kindern platziert wurde. Es war eine Pracht sondersgleichen. Die Festpredigt hielt Hofprediger Georg Samuel Esenbeck, über 1. Mose 28 und 17 weil der Ortspfarrer Senior Körner erkrankt war. Die Kirche selbst ist unter Anrufung der "allerheiligsten unzertrennlichen Drei-Einigkeit" geweiht worden. Sie trägt deshalb den Namen "Dreifaltigkeitskirche".

Die 4 Glocken verleihen unserer Kirche ein herrliches Geläute. Sie wurden alle in höchster Gegenwart Ihrer königlichen Hoheit direkt in Unterschwaningen gegossen und zwar, wie das alles auf den Glocken zu lesen ist, von Nikolaus und Claudius Arnold aus Dinkelsbühl, sonsten aus Lothringen, 1741.

Nun begann in Unterschwaningen eine sehr schöne Zeit, in der an allen Sonn- und Feiertagen der ganze Hofstaat zur Kirche zog. Während die Markgräfin von ihrem Markgrafenstand aus den Gottesdienst beiwohnte, nahmen die Minister und Räte in den Chorstühlen platz.

Die 1742 vom Hoforgelbauer Prediger aus Ansbach für unsere Kirche erbaute Orgel wurde demontiert und durch Hoforgelbauer Steinmayer aus Oettingen ganz erneuert. Am 30.03.1806 war die Orgelweihe.

Immer wieder zeigte sich die Gemeinde opferbereit für die Kirche. Dazu wurden bis zur Jahrhundertwende von einzelnen Gemeindemitgliedern verschiedene Stiftungen und Vermächtnisse für die die Kirche gemacht. 1883 eine namhafte Geld- und Biesenstiftung.

Im Jahre 1891 erfolgte eine notwendige Kirchenreparatur, die Orgel wurde auch überholt.  1912 wurde eine neue Turmuhr angeschafft. 1913 wurde ein neues Kruzifix gestiftet.

Herr Pfarrer Schmidt begann 1963 eine Neurenovierung unserer Kirche, hier stellte sich wiederum die ganze Gemeinde freudig zur "Opferbereitschaft" hinter dieses wichtige Vorhaben. Hinzu kam der Umbau des Pfarrhauses.

Herr Pfarrer Theo Renner rief die Gemeindemitglieder zur Erneuerung und zum Erhalt unserer schönen Kirche auf. Sie sollte durch Spenden renoviert werden. Es ist Herrn Pfarrer gelungen, die Bevölkerung für das Vorhaben zu begeistern. Es wurde außen der Verputz abgeschlagen. Da hat man festgestellt dass das Muster einiger Steine anders war. Die Kirche wurde außen mit neuen wetterfesten Materialien angestrichen und im Inneren der Kirche wurde auch alles neu gestrichen. So das sie heute im neuen Glanz erstrahlt.

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