Theilenhofen und seine Ortsteile

Die Gemeinde Theilenhofen besteht aus den ehemaligen selbstständigen Gemeinden Dornhausen, Gundelsheim a. d. Altmühl, früher Landkreis Weißenburg i. Bay., Theilenhofen mit den Ortsteilen Rittern und Wachstein. Sie entstand bei der Gebietsreform Bayerns in den 1970 er Jahren.

Dornhausen

Die fränkische Siedlung Dornhausen mit ihren 252 Einwohnern wurde erstmalig im Jahr 1223 erwähnt. Der Name bedeutet wahrscheinlich "Häuser bei den Dornen". In den  "Historischen und Topographischen Nachrichten" aus dem Jahre 1761 schreibt der hochfürstl. brandenburgisch-onolzbachischen Archivrat Gottfried Stieber über die Ortschaft Dornhausen mit "immatriculierte Kirche, Pfarr und Schul und Gemeinde".

Weitere Historie des Ortes:

  • 15. Jahrhundert - wahrscheinlich wesentlich größere Ausdehnung, einem Spitalhof, einer oberen und unteren Gemeindeschmiede, einem Wildmeisterhof, einem Badhaus sowie einem Burgstall (kleines Schloß, einst Eigentum der Herren von Altheim und später den Herren von Pfalzpoint). Vermutlich wurde im großen Krieg zwischen dem Markgrafen Friedrich von Brandenburg-Onolzbach und dem Herzog Ludwig dem Bärtigen von Ingolstadt  dieses Dorf zerstört und nicht wieder  aufgebaut.
  • 1451 Kirche St. Georg geweiht (das erste Gotteshaus war wahrscheinlich die vor dem Dorf gelegene St.-Michaels-Kapelle).
  • 1589 im Besitz der Markgrafen von Ansbach.
  • 1631 und 1633 besetzt durch kaiserliche Truppen, die das Volk fast vollständig aushungerten (man fand verhungerte Kinder).
  • 1647 wurde hier aufs neue gebrandschatzt, es herrschte die Pest, die fast alle Einwohner dahinraffte
  • 1741 Kirche St. Georg vom markgräflichen Hofbaumeisters Johann David Steingruber umgebaut.
  • 1763 ein neues Schulhaus aus Mitteln der Kirchenstiftung erbaut.
  • 1795 Kirche St. Georg nach Westen zu verlängert.
  • 1834 Schule in ein anderes Gebäude der Kirchenstiftung verlegt.
  • 1933 verkauft, daraufhin einigten sich Dornhausen und Wachstein auf einen gemeinsamen Schulhausbau am südöstlichen Ortsrand erbaut.

Große Namen aus Dornhausen:

  • Lorenz Schmaußer, ein Nürnberger der die Lehre Luthers einführte,
  • Magister Johann Nikolaus Ammon aus Schwabach, der 1712 - 1763 segensreich amtierte,
  • Wilhelm Redenbacher, Pfarrer und Volksschriftsteller, der 1837 vom bayerischen Ministers Abel seines Amtes enthoben wurde und in Haft kam. Erst 1852 durfte er wieder zurückkehren.

Baudenkmäler in Dornhausen:

  • Ehem. Pfarrhaus, zweigeschossiger Satteldachbau, Bruchstein, teilweise Fachwerk verputzt, im Innenbau freiliegendes Fachwerk, 1713; nördlich anschließend ehem. Waschhaus, eingeschossiger kleiner Satteldachbau, Bruchsteinmauerwerk, wohl 2. Hälfte 18. Jahrhundert (Kirchenstraße 7).
  • Ehem. Schulhaus, zweigeschossiger Walmdachbau, 1834; Ehem. Scheune mit Walmdach, frühes 19. Jahrhundert (Kirchenstraße 13)
  • Evang.-Luth. Kirche St. Georg, Saalkirche mit Ostturm, Turmuntergeschoss 1451, Obergeschoss 1733, Langhaus von Johann David Steingruber 1741, verlängert 1795, mit teils rustizierter Lisenengliederung; mit Ausstattung; Kirchhofmauer, 1747. (Kirchenstraße 15).

Gundelsheim an der Altmühl

Die Gemeinde Gundelsheim - früher zum Landkreis Weißenburg gehörend - mit ihren 205 Einwohnern liegt an der Altmühl. Hier hat man einen herrlichen Ausblick auf den Hahnenkamm, ein ca. 20 km langer Jura-Kalkstein-Höhenzug, ein Nordwestausläufer der Fränkischen Alb (höchster Berg: Dürrenberg (656,4 m) und ins Altmühltal.
Eine besondere Auszeichnung gab es in Jahr 1971, Gundelsheim wurde Bundessieger im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" und mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Beim gleichnamigen 21.Bundeswettbewerb erhielt der Ort für herausragende Leistung eine Silbermedaille.
Die Gundelsheimer Kirche St. Bartholomäus wurde hervorragend restauriert und hat nach Aussage des Altlandrat Herr Dr. Karl Friedrich Zink, eine der schönsten Jugendstilräume in Bayern. Bei einem Abstecher in Gundelsheim sollten Sie es nicht versäumen diesen lohnenden Blick in die Kirche zu werfen.

Baudenkmäler in Gundelsheim an der Altmühl:

  • Pfarrhof; Pfarrhaus, zweigeschossiger giebelständiger Satteldachbau, Anfang 19. Jahrhundert; Pfarrscheune, teilweise Fachwerk, mit Halbwalmdach, 18. Jahrhundert; ehem. Pfarrstallungen, zweigeschossiger Satteldachbau, 1840. (Burgstraße 2 und 4).
  • Bauernhaus, zweigeschossiger Satteldachbau, frühes 19. Jahrhundert (Burgstraße 5)
  • Friedhof; Friedhofmauer, mittelalterlich, z. T. aus Steinquadern der um 1340 zerstörten staufischen Burg; ehem. Beinhaus (Karner) im Zug der Mauer, älteste Teile romanisch, Ostpartie verbaut durch modernen Schuppen; mit zwei eingelassenen Grabsteinen, westlich (mit Sterbedatum 1883) und nördlich (mit Sterbedatum 1853) sowie Grabstätte Stöhr samt Eisengitter, um 1900. (Burgstraße 9)
  • Evang.-Luth. Pfarrkirche St. Bartholomäus, Chorturmkirche, Turm mittelalterlich, Langhaus neuromanisch 1905/08; mit Ausstattung; Friedhof mit Friedhofsmauer, mittelalterlich, z. T. aus Steinquadern der um 1340 zerstörten staufischen Burg; ehem. Beinhaus (Karner) im Zug der Mauer, älteste Teile romanisch, Ostpartie verbaut durch modernen Schuppen; mit zwei eingelassenen Grabsteinen, westlich (mit Sterbedatum 1883) und nördlich (mit Sterbedatum 1853) sowie Grabstätte Stöhr samt Eisengitter, um 1900. (Kreisstraße 3)

Rittern

Rittern mit seinen 85 Einwohnern ist der kleinste Ortsteil der Gemeinde Theilenhofen in unmittelbarer Nähe zum Verlauf des Limes. Rittern liegt zwischen Pfofeld und Thannhausen, rund 2 km nördlich von Theilenhofen. Durch den Ort fließt der Mühlbach. In der Nähe befindet sich der Wacholderberg.
Nahe Rittern verlief der Obergermanisch-Raetische Limes. Dort können Sie Überreste eines Wachturms und auch einen ein rekonstruierten Grundriss betrachten.

Theilenhofen

Der 446 Einwohner zählende Hauptort Theilenhofen wird urkundlich ab dem 13. Jahrhundert erwähnt.
Der Ort gehörte dem Deutschen Orden. 1796 sequestrierte Preußen die Rechte des Deutschen Ordens (Dorf- und Gemeindeherrschaft durch die Landkommende Ellingen). Im Vertrag von Paris (Februar 1806) fiel Theilenhofen mit dem preußischen Fürstentum Ansbach durch Tausch an das Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde, in der heutigen Form jedoch erst mit der Gemeindegebietsreform im Jahre 1972.

Kleiner geschichtlicher Überblick:

  • 13. Jahrhundert - Adelsgeschlecht der Fricken mit  Sitz in Wassertrüdingen.
  • 1371 gingen die ehemals Frick´schen Besitzungen für 23.000 Pfund Heller an den Burggrafen von Nürnberg und von diesem an die Markgrafen über. Das Patronatsrecht blieb aber bei der Grafschaft Pappenheim bis 1806.
  • 1402 Verkauf des Meierhofs durch die Herren von Seckendorf an Adelheid von Treuchtlingen. Anschließend Übergabe an die Grafen von Pappenheim.
  • 1407 Herren von Seckendorf im Besitz des Zehnten. Dann Verkauf an Stephan von Absberg.
  • 1409 Weiterverkauf an den Nürnberger Bürger Konrad Kreß.
  • 1433 Abtretung durch den Erben Hans Waldstrom an das Kloster Herrieden (Veräußerung des kleinen Zehnten an Ulrich Göllmeier in Theilenhofen).

In Theilenhofen sind Spuren des Limes zu finden. Der Grundriss des ehemaligen römischen Kastells Iciniacum ist in der Flur „Die Weil“ durch Wege und Baumpflanzungen angedeutet. 250 Meter westlich davon werden Besucher durch eine Informationstafel nahe der Grundmauern des dazugehörigen Militärbades in die Geschichte der antiken Stätte eingeführt.

Baudenkmäler in Theilenhofen:

  • Evang.-Luth. barocke Pfarrkirche St. Agatha-Kirche ist wahrscheinlich der Märtyrerin Agathe (eine bekennente Christin) geweiht. Von den Anfängen der Kirche ist nur wenig bekannt, da sie  weder in dem Kirchweihverzeichnis des Bischofs Gundekar II. (1057 bis 75), noch in dem des Bischofs Otto (1183 bis 95) verzeichnet ist. (Kirchenweg 1)
  • Wohnstallhaus eines bäuerlichen Anwesens, großes eingeschossiges Gebäude mit Steildach, frühes 19. Jahrhundert  (Gundelsheimer Straße 7 und 9).
  • Ziehbrunnen am östlichen Ortseingang, wohl mittelalterlich, mehrfach erneuert. (Hamperfeld)
  • Gasthaus Rotes Ross, großer zweigeschossiger Satteldachbau, giebelständig, Gaststube mit Holzbalkendecke, Mitte 18. Jahrhundert (Hauptstraße 26).
  • Ehem. Schulhaus, zweigeschossiger Zeltdachbau, kubische Gebäudeform mit Ecklisenen und klassizistischen Elementen, 1889. (Hauptstraße 29).
  • Ehem. Bauernhaus, eingeschossiger traufständiger Satteldachbau, im Kern wohl 18. Jahrhundert, Veränderungen im 19. Jahrhundert (Hauptstraße 32).
  • Steinkreuz, mittelalterlich; an der Straße nach Wachenhofen. (Hirtenstraßäcker)

Wachstein

Wachstein (206 Einwohner) ist ein Ortsteil von Theilenhofen im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.
Von hier aus können Sie das nur 1 km entfernte Römerbad besuchen. Der Ort ist Ausgangspunkt für erholsame Wanderungen, Spaziergänge und Fahrradtouren ins Altmühltal zum Hahnenkamm und zu den naheliegenden fränkischen Seen wie Altmühlsee, Kleiner- und Großer Brombachsee.
Auch Wachstein beteiligte sich ab 1973 am Ortsverschönerungswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden". Im Jahr 2001 wurde das Engagement der Bürgerinnen und Bürger im 26. Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft", auf Landes -und Bundesebene erneut mit einer Goldplakette ausgezeichnet. Die Bewohner setzten sich im Zuge dieser hohen Auszeichnung intensiv mit hoher Eigenleistung für Kultur, Brauchtum und Ortsgestaltung ein.

Baudenkmäler in Wachstein:

  • Bauernhaus eines Dreiseithofes, zweigeschossiger Satteldachbau, um Mitte 19. Jh, 1899 aufgestockt, bez. 1899. (Dorfstraße 16)
  • Wohnstallhaus, eingeschossiger Satteldachbau, Mitte 19. Jahrhundert (Lindenstraße 2).
  • Evang.-Luth. Filialkirche St. Michael, Chorturmkirche, Turm mit Spitzhelm, 1907/08 an Stelle eines Vorgängerbaus des 15. Jahrhundert errichtet; mit Ausstattung; Kirchhofmauer mit Grabdenkmal in Art eines Obelisken, 19. Jahrhundert (Pfarrgasse 2)
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