Das Kastellbad Theilenhofen

Schon um das Jahr 70 n.Chr. kamen die Römer in die Gegend um Theilenhofen. Als strategisch wichtige Grenzbefestigung verlief der Limes in unmittelbarer Nähe von Theilenhofen.

Der Verlauf des Limes im Bereich der Gemeinde Theilenhofen:
Ortsgründung bereits im 9. Jhd., bietet eine schöne Aussicht über den Mittelgebirgszug Hahnenkamm. Der Verlauf des Limes befindet sich unweit des Ortes auf dem Hochplateau, auf dem die Römer zum Schutze das Kastell mit dem Namen "Iciniacum" auch ein Kastellbad errichteten.
Das Kastellbad Theilenhofen (z. T. konserviert) liegt in einer Talmulde.
Nach Ausgrabung wurden die Mauern der jüngeren Bauphase konserviert.
Das Kastell ist durch Bepflanzungen markiert. Eine Steinsäule bezeichnet die Nordostecke; Feldwege markieren den Verlauf der Umfassungsmauer, Baumbepflanzungen die Kastellecken. Die Lage auf einem Hochplateau garantiert gute Fernsicht.

Die nördlich an den Ort Theilenhofen anschließende Feldflur war einst der Standort des Kastells Theilenhofen (ORL 71a) mit zugehörigem Vicus, einem Kastellbad und einem früheren Holz-Erde-Kastell.

Der Umriss des 196 x 140 m großen Steinkastells ist nur aus den Untersuchungen der Reichslimeskommission bzw. aus Luftbildern bekannt. Im Gelände selbst sind vom Lager keine Befundspuren zu erkennen. Im Zuge der Flurbereinigung wurde daher die Ausdehnung des Lagers durch die Führung der Feldwege nachgebildet und mit Einzelbäumen an der SW- und SO-Ecke sowie einem modernen Meilenstein an der NO-Ecke markiert.

Die Inschrift auf dem Meilenstein benennt Iciniacum als den Namen für das Kastell und die dort stationierte Cohors III Bracaraugustanorum equitata. Nur das Steinkastell wurde in den Jahren 1879 und 1895 von Dr. H. Eidam im Auftrag der Reichslimeskommission näher untersucht, während das etwa 155 x 130 m messende Vorgängerkastell ein Ergebnis der Luftbildauswertung (1976) ist. Die zeitliche Einordnung geht von der Errichtung des Vorgängerkastells um 100 n. Chr. und dem Bau des folgenden Steinkastells in der Mitte des 2. Jahrhunderts aus.

Der Standort des Kastells ist gut gewählt, da er eine gute Sichtverbindung zum ca. 2 km entfernten Limes und einen weiten Rundblick bietet. Die Topografie erlaubt von hier die Sicht bis zum Kastell Gnotzheim, zum Schlossbuck bei Gunzenhausen und weiter bis zum Hesselberg.

Westlich und in nächster Nähe zum Kastell befindet sich der rekonstruierte Grundriss des Kastellbades. Nördlich von Rittern ist am Limes die Turmstelle Wp. 14/17 (2,5 km) ebenfalls im Grundriss rekonstruiert sichtbar. Im südwestlich von Theilenhofen gelegenen Ort Wachstein ist in Ortsmitte zur Erinnerung an das in der Nähe gefundene Mithräum ein Inschriftenstein aufgestellt.

Limeswanderweg

Auf dem zirka 11,6 km langen, landschaftlich reizvoll und auch nicht sehr anstrengenden Limeswanderweg, der hier durch die Gemeinden Pfofeld und Theilenhofen führt, kann das historische Römerbad (Theilenhofen) und der teilweise Nachbau eines Limesturmes bei Rittern bestaunt werden.
Auf diesem Limes-Wanderweg hat man streckenweise einen wunderbaren Blick über das obere Altmühtal mit Blick zur Spielburg und dem Gebiet des Hahnenkamm, hinunter nach Pfofeld, Rittern, Geiselsberg, Absberg und den anderen Orten im früheren Hopfenland.
Auf dem Plateau von Theilenhofen hatten die Römer zu ihrer Zeit das römische Bad, das Kastell und ein römisches Baulager errichtet, da sie hier freie Sicht in alle Richtungen hatten.
Seit 2008 können alle Interessierten auf 17 farbigen aufgestellten Informationstafeln genaue Auskunft über alles Sehenswerte erfahren.

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