Weitere sehenswerte Kirchen in den Rother Ortsteilen

Nicht nur im Stadtkern von Roth selbst, sondern auch in den Rother Ortsteilen gibt es einige sehenswerte Kirchen, die der Besucher von Roth unbedingt besuchen und erkunden sollte.

Die Ottilien-Kirche in Roth-Pfaffenhofen

Beim Ortsteil Pfaffenhofen wurde im Jahr 1971 nach Roth eingemeindet. Pfaffenhofen befindet sich an der früheren B2 (der heutige Staatsstraße von Roth nach Schwabach) nördlich vom Rother Stadtkern. Schon im Jahre 1162 wird das Dorf Pfaffenhofen („Phaphenhoven“) urkundlich erwähnt, als Graf Rapoto von Abenberg in seiner Eigenschaft als Schutzvogt des Bamberger Bistums und des Klosters Heilsbronn zwischen Roth und Pfaffenhofen einen Gerichtstag abhält, um u.a. den umstrittenen Besitz zweier Weingärten in Theilenberg zu klären. Später waren die Burg- bzw. Markgrafen die Landes- und Gerichtsherren in Pfaffenhofen.

Die nächste nachweisbare Jahreszahl aus der Geschichte Pfaffenhofens ist 1185. In diesem Jahr hat der Bischof von Eichstätt eine Kirche in Pfaffenhofen geweiht. Diese Kirche war zunächst die Mutterkirche von Roth. Noch im Jahr 1370 wird sie als Mutterkirche von Roth und Abenberg bezeichnet. Um 1400 hatten sich die Verhältnisse völlig geändert. Der Frühmesser von Roth, später der Kaplan, war für die Gläubigen in Pfaffenhofen zuständig. 1631 wurde die Kirche in Pfaffenhofen von kaiserlichen Soldaten vollkommen zerstört.

Nach fast 150 Jahren wurde wieder eine Ottilienkirche errichtet. Diese Tatsache ist vor allem dem Wirt „Zum grünen Jäger“ Georg Paul Riffelmacher zu verdanken, der den Amtmann von Roth ständig bedrängte und 587 Gulden für einen Kirchenneubau sammelte. Es war den Bewohnern von Pfaffenhofen ein Anliegen dort getauft und auch beerdigt zu werden. Am 19. Juni 1735 war es dann soweit, und die Kirche wurde eingeweiht.

Zuerst besaß die Kirche lediglich einen Dachreiter. Erst 1873 wurde der Turm gebaut und eine neue Orgel angeschafft. Im Jahr 1905 wurde eine neue Glocke angeschafft und 1954 eine neue Sakristei eingerichtet. 1978 erfolgte eine gründliche Renovierung. Außerdem wurde eine neue Turmhaube eingebaut. Seit Dezember 1991 hat die Kirche eine neue Orgel.

Die Evangelisch-Lutherische Pfarrkirche in Wallesau

Um das Jahr 1000 muss in Wallesau schon eine Gunthildis-Kapelle gestanden haben. Die Sage berichtet, dass die Stifterin dieser Kapelle ein Kuhgespann mit einem Leichnam auf dem Wagen in die Gegend geschickt hat. An dem Platz, an dem dieser Wagen zum dritten Mal stehen blieb wurde die Kapelle erbaut. Die Wallesauer Gläubigen gehörten zur  Pfarrei Roth. Dort wurden auch die Toten beerdigt. Ein Frühmesser versorgte die Gemeinde mit dem Nötigsten.

1438 wurde dann eine Kirche zu Ehren der „Glorreichen Jungfrau Maria“ geweiht. Innerhalb kürzester Zeit wurde diese Kirche zu einer sehr begehrten Wallfahrtskirche. Der Hauptaltar der Kirche zeigte eine Marienfigur, die in der Reformationszeit verkauft wurde. Diese Marienfigur steht heute in der Kirche in Hilpoltstein. Die beiden Seitenaltäre zeigten den heiligen Ulrich und die heilige Anna. Die beiden Figuren neben dem Taufstein an der Wand (der heilige Johannes des Evangelist und der heilige Johannes der Täufer) stammen ebenfalls aus dieser Marienkirche.

Die Einführung der Reformation durch den Markgrafen Georg den Frommen von Ansbach, die in Roth 1528 erfolgte, verzögerte sich in Wallesau bis 1538. Dies wohl aus dem Grund, weil in dem Ort viele Katholiken wohnten. 1730 wurde Wallesau eine eigene Kirchengemeinde. Die Klagen über den miserablen Zustand der Kirche wurden immer größer, und so beschloss man – unter Beibehaltung des alten Turms – eine neue Kirche zu erbauen. Planung und Durchführung übernahm selbstverständlich der markgräfliche Baumeister Johann David Steingruber.. Die Kirche wurde im Markgrafenstil erbaut und 1736 eingeweiht.. Das Wahrzeichen der Markgrafenkirchen war, dass über dem Altar die Kanzel, und wiederum darüber die Orgel angebracht war. Direkt um die Kirche herum wurde der Friedhof angebracht. Seit 1732 hat die Kirche auf Betreiben der Bevölkerung hin eine Orgel. nach einem Turmbrand im Jahre 1955 brachte man die Kanzel am rechten Chorpfeiler an.

Bei einer Renovierung wurde im Chorraum ein Freskenzyklus aus der alten Kirche entdeckt. Am besten erhalten ist auf der rechten Chorwand eine Schutzmantelmadonna unter deren Mantel neun Frauen Schutz finden. Auf der Chorrückwand kann man das jüngste Gericht erkennen.

Die Evangelisch-Lutherische Dreifaltigkeitskirche in Eckersmühlen

Eckersmühlen entstand um eine Mühle. Ein Ortsadeliger Oegger, nach dem der Ortsname gebildet wurde, errichtete die Mühle wohl um 1100.

Die erste Kirche, die in Eckersmühlen gebaut wurde, war wahrscheinlich ein Georgskirchlein aus der Zeit um 1250. Das im Altar gefundene Beilein St. Georgi lässt gut auf diesen Namen schließen. Die Georgsbruderschaft jener Zeit hat in dieser Gegend auch noch andere Georgskapellen gegründet, z.B. die Georgskapelle in der unteren Vorstadt von Hilpoltstein oder in Göggelsbuch. Das Georgskirchlein soll 1460 von Herzog Ludwig von Bayern-Landshut im Kampf gegen Markgraf Albrecht Achilles eingeäschert worden sein. Noch im gleichen Jahr ist eine neue Kirche errichtet worden, die den Namen des heiligen Willibald getragen hat. Dieser Name erinnert an die Zeit, in der die Eckersmühlener Kirche noch zum Bereich des Bischofs von Eichstätt gehörte. Willibald war der erste Bischof von Eichstätt.

Die jetzige Dreifaltigkeitskirche wurde in den Jahren 1709 bis 1710 erbaut. Markgraf Georg Friedrich gab dem Bittgesuch der Kirchengemeinde im Juli 1708 statt. Über der Eingangstüre der Kirche ist das in Stein gehauene Fürstlich-Brandenburgische Wappen und der Name des Landesfürsten Wilhelm Friedrich zu sehen. Der italienische Baumeister Lorenzo Salle die Pläne für die Kirche, die gegenüber der alten Willibaldskirche um 6 ½ Schuh (1 Schuh entspricht etwa 30 cm) verbreitert und um 9 ½ Schuh verlängert wurde. Der Hofmaurer Johann Georg Schmidt aus Ansbach übernahm den Bau der Kirche.

Aus der alten Kirche wurden die Kanzel mit polygonem Corpus und der, mit Muscheln und Rosetten verzierte Taufstein übernommen. Beide sind mit der Jahreszahl 1690 gekennzeichnet. Aus der Erbauungszeit der Kirche stammt der Altar mit reichem Schmuck von Akanthusranken und Putti.

Weitere Kirchen auf dem Stadtgebiet

Außer diesen sehr sehenswerten Kirchen existiert noch eine evangelische Kirche im Ortsteil Bernlohe und eine katholische Kirche im Ortsteil Eckersmühlen. Bei beiden Bauwerken handelt es sich um relativ neue Gebäude, die architektonisch und kunstgeschichtlich keine große Rolle spielen.

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