Die Katholische Pfarrkirche Maria Aufnahme in den Himmel in Roth

Im Jahre 1898 wurde die katholische Pfarrkirche Maria Aufnahme in den Himmel erbaut. Das Gotteshaus wurde im neugotischen Stil errichtet. Der Bau fiel – aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und der Anzahl der Katholiken in Roth – kleiner und bescheidener aus als die Stadtkirche. So erreicht der Turm nur eine Höhe von ungefähr 35 Metern und das Geläut besteht aus vier Glocken. Der Hochaltar befand sich in der Apsis auf der Ostseite der Kirche. Die Apsis wird von gemalten Bildern geziert. Auf dieser Seite im Südosten befand sich früher die Sakristei, die jedoch im Zuge von Umbaumaßnahmen abgebrochen wurde. Kunstgeschichtlich bedeutsam sind die beiden Seitenaltäre aus dem 16. Jahrhundert. Hierbei handelt es sich um den Kreuz-Altar und den Marienaltar. Beide Altäre befanden sich ursprünglich in der Kirche von Rednitzhembach. Dort wurden sie bereits vor 1826 entfernt und in einer Scheune gelagert. Im Jahre 1875 wurden beide Altäre von der katholischen Gemeinde Roth erworben und 1898 in die neu errichtete Kirche eingebracht. Der Heiligkreuzaltar zeigt Figuren der Heiligen Helena, Barbara und Elisabeth. Auf den gemalten Altarflügeln ist die Legende der Kreuzauffindung durch die heilige Helena dargestellt. Der Marienaltar wird von einer Mondsichel-Madonna im Strahlenkranz geschmückt. Die gemalten Altarflügel zeigen den heiligen Laurentius und den heiligen Wolfgang.

Aufgrund der stark gestiegenen Katholikenzahl wurde die Pfarrkirche 1966 umgebaut und erweitert. Hierbei wurden – aus heutiger Sicht – unverzeihliche Bausünden begangen. Die Umgestaltung wurde Ferdinand Reubel, einem erfahrenen Kirchenarchitekten aus Nürnberg übertragen. Der damaligen Zeit entsprechend wurde beim Umbau sehr viel Beton verwendet. Darüber hinaus wurde der gesamte Innenraum der Kirche umgestaltet und umorientiert. In den Chorbereich der alten Kirche wurde der Eingang installiert und die Orgelempore eingezogen. Hierdurch wurde der Standort der Orgel von der Westseite auf die Ostseite verlegt. Der alte Hochaltar verschwand aus der Kirche. Der Hauptaltar – oder Volksaltar – steht nunmehr in der Mitte der Kirche vor der Nordwand, also auf der Breitseite. Der Altaraufbau und der Altarstein selbst bestehen aus italienischem Nagelfluh. Darüber hängt ein fast lebensgroßes Kreuz aus Bronze, das der Bildhauer Karl Reidel aus Oberganghofen anfertigte. Der Apostelleuchter und der Tabernakel stammen vom gleichen Künstler. Die Erweiterung der Kirche erstreckt sich auf die Südseite. Da sich direkt neben der Kirche ein altes Firmengebäude befindet, das mit einem typischen Sheddach versehen ist, wurde diese Dachform auch beim Dach des Kirchenanbaus nachempfunden. Die Meinungen über diese Baumaßnahme waren und sind bis heute sehr umstritten.

1997 wurde die Kirche im Innenbereich restauriert und verschönert. An der kahlen Nordwand hinter dem Altar wurde ein gotischer Spitzbogen aus Schichtholz angebracht. Die Betonstützen und die Betonabgrenzung der Empore wurden durch den Einbau von Platten, die dann von einem Maler mit der Struktur von Carraramarmor versehen wurden ansehnlicher gestaltet.

Durch den Sturm Cyrill im Januar 2007 erlitt die Kirche Schäden. Insbesondere war dieses Naturereignis die Ursache, dass die alte Orgel, die bereits gebraucht angeschafft wurde, einen Totalschaden erlitt. Nach langem Überlegen entschloss man sich, eine neue Orgel anzuschaffen. Im Zuge dieser Anschaffung wird die Kirche nunmehr grundlegend verändert. Die jetzige Orgelempore wird ausgebaut, wodurch die alte Apsis wieder geschaffen wird. In diesen Raum wird eine Sakraments- und Werktageskapelle integriert. Darin wird auch der Marienaltar einen neuen Standort finden. Die neue Orgel wird ihren Standort am alten Platz auf der Westseite finden, jedoch ebenerdig. Ein neuer Eingang auf der Südseite wird geschaffen werden. Durch diese Maßnahme wird die Kirche in der Gesamtsicht sehr gewinnen, und der Besucher wird das Empfinden haben sich wieder in einem Gotteshaus zu befinden.

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