Geschichte der Gemeinde Röttenbach

Röttenbach liegt in einer Rodungsinsel. Sowohl aus Roth als auch als Weißenburg kommend, erkennt man den Ort erst nachdem man eines der beiden „Waldtore“ durchfahren hat. Ein völlig intakter Grünzug mit dem namensgebenden Bach zeichnet das Dorf aus. Wer sich Zeit nimmt und von der üblichen Trasse abweicht, wird landschaftliche Schönheiten ungeahnten Ausmaßes finden.

Vor ca. 1000 Jahren dürften sich die ersten Siedler hier niedergelassen haben, die vermutlich das Wasser des Röttenbachs, der unserem Heimatort den Namen gab und gibt, nutzten. Durch den Quarzsand aus den Wäldern, die den Bach rot färben, wurde die Ursiedlung als am „Roten Bach“ gelegen bezeichnet. Die nachweislich erste urkundliche Erwähnung fand vor über 800 Jahren statt, als Bischof Otto eine Marienkirche weihte. Später wurde eine größere Wehrkirche gebaut, die dem Augsburger Bischof St. Ulrich geweiht wurde und nun noch als Friedhofskirche genutzt wird.

Das Gemeindegebiet wird von einer ehemaligen und einer gegenwärtig bedeutenden Handelsstraße durchzogen. Durch Mühlstetten verlief die Venezianerstraße, die viele Jahrhunderte einen sehr bedeutenden Handelsweg darstellte. Erst vor rund 150 Jahren wurde dann die sog. Königsstraße, auf der anderen Seite der Rezat, geplant und gebaut, die heutige Bundesstraße 2. Sie ist die wichtigste Verbindung zwischen Nürnberg und Augsburg, dem 2. und 3.größten Wirtschaftsraum in Bayern und eine Hauptschlagader des Verkehrs im nordbayerischen Raum. Damit ist Röttenbach gut angebunden an die Zukunft und die weite Röttenbach, wie wir es heute kennen, ging im Rahmen der Gebietsreform aus den Altgemeinden Röttenbach, damals im Landkreis Hilpoltstein und Mühlstetten, im Landkreis Weißenburg gelegen hervor.
Die wichtigsten und schönsten historischen Bauten, die Ulrichskirche, das alte Pfarrhaus, das Forsthaus und die Deutschherrnschule stehen allesamt im historischen Ortskern, der Deutschherrnstraße. In den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges wurde Röttenbach massiv beschossen, wodurch nahezu die gesamte alte Bausubstanz zerstört wurde. Mit Ausnahme der oben genannten Gebäude und des Gasthauses „Zum Christoph“ ist nicht viel übriggeblieben vom bäuerlichen Stolz unseres Röttenbachs.

Leider wurde vor ca. 20 Jahren das alte Richterhaus abgebrochen, das den Krieg überstanden hatte und ebenfalls aus der Zeit des Deutschen Ordens stammte. Damit ging eines der wichtigsten Gebäude für immer verloren. Wie viele andere Gemeinden in unserer Gegend hat auch Röttenbach nach dem Krieg vielen Vertriebenen und Flüchtlingen eine neue Heimat gegeben. Dadurch kamen neue Berufe und neues Gewerbe in den Ort. Die positive Entwicklung ist nicht zuletzt auch diesem Umstand zu verdanken.

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