Geschichte der Gemeinde Polsingen

Die Gemarkung Polsingen ist ein altbesiedeltes Gebiet. Schon in der Bronzezeit, etwa vor 3500 Jahren, ließen sich hier Menschen nieder und wurden sesshaft. Dies kann durch die Entdeckung vieler Gräberfelder im Hahnenkammgebiet belegt werden.
    
Im 1.Jhd. nach Chr. Überschritten die Römer die Donau und nahmen auch Teile der südlichen Frankenalb in Beschlag. Das Hinterland der Limes-Grenzwall-Anlage (bei Gunzenhausen) fungierte dabei als Aufmarschgebiet und Versorgungsbasis, zudem wurde ein Straßensystem errichtet. Im 3.Jhd. nach Chr. lief durch das heutige Gemeindegebiet von Polsingen eine Römerstraße. In der Nähe der Römerstraße südöstlich von Polsingen lag damals ein römisches Landgut.
 
Im 3.Jhd. nach Chr. Brach die römische Herrschaft in dem Gebiet nördlich der Donau zusammen. Die Alemannen übernahmen das Gebiet und gründeten die ältesten Siedlungen im Hahnenkammgebiet. Orte, deren Namen auf –ingen enden, können in der Regel den Alemannen zugerechnet werden.

Wichtige Bedeutung erlangte der Landstrich als Fränkisches Königsmark Ursheim im 8.Jhd. Ursheim lag dabei an einem Knotenpunkt eines alten Straßennetzes, das die fränkische Krongewalt zu einer Anlage einer Stützpunktsiedlung nutzte. 899 n.Chr. wurde die Königsmark Ursheim – Hechlingen – Appenberg erstmalig urkundlich erwähnt. Der kirchliche Mittelpunkt für die Königsmark Ursheim bildete die dortige Pfarrkirche.

Die erste urkundliche Erwähnung der alemannischen Siedlung Polsingen ist auf das Jahr 1298 datiert. Im Mittelalter bestimmten in den verschiedenen Orten des heutigen Gemeindegebietes weltliche und geistliche Grundherren das Geschehen.

So gab es in Polsingen das Rittergeschlecht „vom See“, die eine Wasserburg an der Stelle des heutigen Schlosses errichtet hatten. Unter den Herren „von See“ verblieb das Dorf bis in das 15.Jhd. Danach geriet das Schloß und die Güter zu Polsingen unter Lehenshoheit des Markgrafen von Ansbach. Oberlehensherren wurden u.a. die Freiherren von Wöllwarth, die 1595 die Pfarrkirche errichten ließen.

In Döckingen bestanden im Mittelalter zwei Fronhofsverbände. Zu den Fronhofsverbänden zählten der große Meierhof und die dazugehörigen Hufen und Hofstätten. Der große Fronhofsverband gehörte im ausgehenden Mittelalter dem Hochstift Eichstätt. Den zweiten wesentlich kleineren Fronhofsverband hatte das Kloster Heidenheim eingerichtet. Im 15.Jhd. übernahm der Markgraf von Ansbach als Landesherr die Herrschaft in Döckingen.

Die alte Königspfarrei Ursheim ging im 14.Jhd. auf das Kloster Heidenheim über. Durch Schenkungen kam es in Ursheim zu einer Zersplitterung des Grundbesitzes. 1525 gehörten von den 59 Häusern des Dorfes 16 dem Markgrafen von Ansbach, 14 dem Kloster Heidenheim, 7 zur Pfarrei, 4 dem Kloster Auhausen, 4 dem Grafen von Oettingen, 4 dem Kloster Heilig-Kreuz in Donauwörth, 3 dem Kloster Zimmern und 1 zur Frühmesse.

Trendel verdankte seine Entstehung einem freien Adelsgeschlecht, den Edlen von Trendel. Südlich des Ortes befindet sich der Hügel auf dem einst die Burg der Herren von Trendel stand. Nach dem Erlöschen des vornehmen Geschlechtes der Edlen von Trendel gelangten Burg und Dorf in den Besitz der Grafen von Oettingen, die diesen neuerworbenen Besitz an niederadlige Lehen ausgaben. Die Burg zerfiel sehr schnell. Das Rittergut wurde im 19.Jhd. zerschlagen und die Grundstücke einzeln verkauft. Die Gebäude sind nur noch zum Teil erhalten.

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