Der Brombachsee - Fränkisches Seenland mit kleinem Brombachsee und Igelsbachsee

Der größte See im Fränkischen Seenland ist der große Brombachsee. Er hat eine Fläche von 9,3 Quadratkilometern. Die Länge beträgt 5,1 km, die Breite 2 km. An der tiefsten Stelle ist er 37 Meter tief. Der Damm weist eine Länge von 1,7 Kilometern auf. In der Sohle des Sees befindet sich ein Kontrollgang, der Besuchern an Informationstagen des Talsperrenbauamtes zugänglich ist. Rund um den See führt ein Rad- und Wanderweg, der auf einer Strecke von 17,5 Kilometern den landschaftlichen Reiz von Wasser, Wäldern und Wiesen zeigt. Freizeitanlagen befinden sich in Ramsberg, Pleinfeld (zu erreichen von der Ausfahrt Pleinfeld-Süd der B 2 von Roth nach Weißenburg), Allmannsdorf und Enderndorf.

Der kleine Brombachsee hat eine Fläche von 2,5 Quadratkilometern und ist durch einen Damm vom großen Brombachsee getrennt. Die Länge des kleinen Brombachsees beträgt 2,5 Kilometer und die Breite beträgt 1,0 Kilometer. An der tiefsten Stelle ist er 13,4 Meter tief. Entlang des Seeufers befinden sich Erholungsanlagen. Die Anlage in Absberg ist eine Badehalbinsel, die aus dem Südstrand, dem Ziegelhüttenstrand, dem Hopfenstrand und der Freizeitanlage an der Seespitze am Damm besteht. An der Südspitze des Sees ist die Freizeitanlage in Langlau. Hier ist das Hotel-Restaurant Seehof und ein bestens ausgestatteter Campingplatz. Dadurch wird das Angebot derart ergänzt, dass die Seen in den Sommermonaten ein fast südländisches Ambiente ausstrahlen.

Der Igelsbachsee ist der kleinste dieser drei Speicherseen. Er ist ebenfalls durch einen Damm vom großen Brombachsee getrennt. Die Fläche beträgt 0,9 Quadratkilometer. Er hat eine Länge von 2,2 Kilometern und eine Breite von 0,4 Kilometern. An der tiefsten Stelle misst er 14 Meter. Die Freizeitanlage bei Enderndorf zeichnet sich durch einen flachen Sandstrand aus. Hier existiert auch ein wunderschöner Spielplatz. Hierdurch ist er vor allem für Familien mit kleinen Kindern bestens geeignet. Den Igelsbachsee genießt man am Besten bei einer Wanderung am Seeufer und durch die angrenzenden Wälder.

Entstehungsgeschichte

Das Wasserangebot ist in Bayern von starken regionalen Unterschieden geprägt. Durch die Alpen ist das Land südlich der Donau durch hohe Niederschläge gesegnet, was der ganzen Region einen Wasserreichtum beschert. Nördlich der Donau herrscht allerdings eher Wassermangel. Der nördliche Teil von Bayern verfügt daher nur über etwa ein Drittel der Wasserreserven im Freistaat Bayern. Durch die hohe Bevölkerungsdichte im Norden (Ballungsgebiete Nürnberg - Bamberg - Würzburg ) stand jedem Bewohner der südlichen Regionen in trockenen Zeiten bis zu dreimal mehr Wasser zur Verfügung als den nördlichen Bayern.
Aus diesen Gegebenheiten entstand das Ziel der Bayerischen Staatsregierung, ausgeglichene Verhältnisse im Land zu schaffen. Das Ergebnis dieser Bestrebungen war ein wasserwirtschaftlicher Plan, der die Überleitung von Altmühl- und Donauwasser in das betroffene Gebiet der Regnitz und des Mains zum Ziel haben sollte. So entstand die Seenlandschaft des Fränkischen Seenlands mit dem Altmühlsee, dem kleinen und großen Brombachsee und dem Igelsbachsee. Da gerade die Altmühl in den Sommermonaten oft  schädigendes Hochwasser für die Landwirtschaft führte, wird dieses nun im Altmühlsee nördlich von Gunzenhausen aufgestaut. Dieses Wasser wird dann über den fast 9 Kilometer langen Überleiter dem Kleinen Brombachsee zugeführt. Dabei werden fast 3 Kilometer dieser Strecke unterirdisch überbrückt. Dieses Wasser aus dem Kleinen Brombachsee und dem südlich von Spalt aufgestauten Igelsbachsee wird dann genutzt, um den Großen Brombachsee zu füllen. Das Ziel dabei ist, mit dem gesammelten Wassers des Großen Brombachsees das Regnitz-Main-Gebiet zu unterstützen, wenn dies in Niedrigwasserzeiten notwendig sein sollte. Jährlich werden so rund 25 Millionen Kubikmeter Wasser über das Fränkische Seenland dem Regnitz-Main-Gebiet und damit der Nordsee zugeführt.
Hauptsächliche Ziele waren dabei der Schutz der bestehenden Gewässer und der Schutz des Altmühltals vor den jährlichen Hochwassern. Die Schaffung einer bekannten Freizeit und Erholungsregion wurde allerdings zur Stärkung des strukturschwachen Gebietes ebenso vorangetrieben.

Bau und Betrieb

Die Umsetzung des Landtagsbeschlusses erfolgte durch das Talsperren–Neubauamt Nürnberg, das im Jahre 1971 gegründet und nach Fertigstellung der Anlagen Ende 2000 aufgelöst wurde. Neben der Planung, Ausschreibung, Bauleitung und Abrechnung hat dieses Amt unter anderem auch Grunderwerb getätigt, die Unterlagen für die Rechtsverfahren gefertigt und Bestandspläne erstellt.
Zentrale Aufgabe war der Bau der Stauseen. Daneben musste aber z.B. auch der Altmühlzuleiter in den Altmühlsee und der Überleiter zum Brombachsee mit einem fast 3 Kilometer langen Stollen gebaut werden. Auch die Gewässer unterhalb von Roth- und Brombachsee wurden - unter Beibehaltung der vorhandenen Flussläufe - dem durch die Überleitung von maximal 15 Kubikmeter pro Sekunde erhöhten Wasserabfluss angepasst.
Der Bau des gesamten Überleitungssystems einschließlich des Grunderwerbs kostete rund 450 Mio. Euro. Die Kanalüberleitung wurde 1994, die Brombachüberleitung 1999 in Betrieb genommen.
Heute betreibt das Wasserwirtschaftsamt Ansbach die Anlagen des wasserwirtschaftlichen Systems „Überleitung Donau–Main“. Neben Altmühl- , Brombach- und Rothsee gehören dazu unter anderem auch 27 Flusswehre und drei Wasserkraftwerke. Der Betrieb der Überleitung wird von der zentralen Betriebsleitung in Gunzenhausen am Altmühlsee gesteuert und überwacht. Für die Pumpwerke und den Transport des Wassers im Main–Donau–Kanal ist die Betriebszentrale des Wasser- und Schifffahrtsamtes Nürnberg in der Gösselthalmühle bei Beilngries zuständig.

Natur- und Landschaftsschutz

Beim Bau der Seen und bei der Umgestaltung der Flüsse standen die wasserwirtschaftlichen Gesichtspunkte im Vordergrund. Besondere Aufmerksamkeit wurde aber auch den Belangen des Landschafts- und Naturschutzes gewidmet. Im Altmühlsee entstand z.B. ein Naturschutzgebiet von ca. 200 ha Größe, dessen Kern eine 125 ha große Flachwasser- und Inselzone bildet. Sie stellt eine Rückzugszone für besonders bedrohte Vogelarten dar. An den Seen wurden bisher insgesamt rund 540 ha Naturschutzgebiete ausgewiesen. Zusätzlich sind neue ökologische Ausgleichsflächen entstanden.

Freizeit und Erholung

Rothsee, Altmühlsee und Brombachsee mit zusammen rund 20 qkm Wasserfläche bieten ideale Voraussetzungen für Freizeit und Erholung. Alle Wasser- und Uferflächen sind in öffentlichem Eigentum. Rund 80 km Betriebswege sind für Fußgänger und Radfahrer freigegeben.
Zur Verbesserung der Wasserqualität halten Ringkanalisationen Abwasser von den Seen fern.
Der Freistaat Bayern hat bereits beim Bau der Seen eine touristische Grundausstattung geschaffen. Eigens gegründete Zweckverbände an den drei Seen haben zusätzliche Anlagen für Freizeit und Erholung erstellt und betreiben diese.

Einige wichtige Zahlen zum Brombachsee

Der Stauraum beträgt insgesamt 154 Mio. Kubikmeter Wasser. Die Wasserfläche beträgt 12,1 Mio. Quadratmeter und die gesamte Dammlänge beträgt 1,7 Kilometer. Hiervon fallen 1,7 Kilometer auf den großen Brombachsee, 1,1 Kilometer auf den kleinen Brombachsee und 0,6 Kilometer auf den Igelsbachsee. Die maximalen Wassertiefen betragen 32,5 Meter beim Großen Brombachsee, 13,4 Meter beim Kleinen Brombachsee und 11,5 Meter beim Igelsbachsee. Die Bauzeit war von 1975 – 1999.

Freizeit und Tourismus

Wie bereits oben erwähnt befinden sich allen drei zusammengehörigen Seen eine Vielzahl von Freizeitanlagen. Gut ausgebaute Sanitäranlagen und Duschen an den Badestränden, sowie Umkleidekabinen sind selbstverständlich. Auch sind rund um die Seen viele Kinderspielplätze angelegt worden, um auch den Kleinsten ein Paradies zu bieten. Unzählige Rad- und Wanderwege erschließen das gesamte Gebiet und lassen keine Wünsche offen. Neben Badegästen sind Surfer und Segler gern gesehene Gäste. Vor Ort befinden sich auch Segel-, Surf- und Tauschulen. An etlichen Orten findet man die Möglichkeit Fahrräder oder Boote zu mieten.
Ein besonderes Highlight bietet die Erlebnisschifffahrt Brombachsee. Seit einigen Jahren verkehrt auf dem großen Brombachsee ein Trimaran, der eine festgelegte Route abfährt. Wanderer können deshalb nach Umrundung des halben Brombachsees mit dem Schiff zu ihrem Ausgangspunkt zurückkehren. Diese Fahrt ist für Jung und Alt ein besonderes Vergnügen.

Sonstiges

Auch für die Naturisten und FKK-Anhänger wird am Brombachsee etwas geboten. Am nördlichen Ufer des Kleinen Brombachsees findet sich eine ganz neu geschaffene Nacktbade-Gelegenheit. Erst seit 2005 ist hier textilfreies Baden offiziell erlaubt. Der FKK-Sandstrand mit Liegewiese liegt am nördlichen Ufer in der Nähe der Seemeisterstelle Absberg. Auf der großen Liegewiese ist viel Raum für Sport und Spiel. Hier befindet sich ein kleiner Parkplatz mit 120 Stellplätzen. Sanitäranlagen und Duschen sind – wie überall am See – vorhanden.

Urlaubsorte rund um den Brombachsee

Wenn Sie Ihren Urlaub in der Nähe des Brombachsees verbringen möchten, empfehlen wir Ihnen diese Urlaubsorte am Brombachsee im Fränkischen Seenland.

Abenberg
Absberg
Alesheim
Bergen
Burgsalach
Ellingen
Georgensgmünd
Haundorf
Höttingen
Nennslingen
Pfofeld
Pleinfeld
Raitenbuch
Röttenbach
Spalt
Theilenhofen
Weißenburg i. Bay.
Wolframs-Eschenbach - Stadt Fränkisches Seenland | Wolframs-Eschenbach die Stadt des Parzival-Dichters am Altmühlsee im Fränkischen Seenland

Teilen: